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Panne bei Mobilfunk-Anbieter 47.000 Kunden erhielten fehlerhafte Vodafone-Abrechnung


Peinliche Panne bei Vodafone: Durch einen Fehler im Abrechnungssystem mussten zehntausenden Kunden mehr zahlen als nötig. Wer betroffen ist und was Kunden tun sollen.

Monatelang hat Vodafone offenbar für Leistungen abkassiert, die nicht erbracht wurden. Wie das Technik-Portal "Areamobile" berichtet, hat der Mobilfunkbetreiber Vodafone in den vergangenen Monaten 47.000 Kunden irrtümlich Kosten für mobile Datenübertragungen in Rechnung gestellt. Bemerkt hat das niemand.

Aufgefallen ist das Ganze nur durch einen Zufall: In zwei Smartphones der "Areamobile"-Redaktion steckten Prepaid-SIM-Karten von Vodafone. Es wurde regelmäßig Geld vom Guthaben abgebucht, obwohl die Geräte gar nicht benutzt und sämtliche mobile Daten deaktiviert wurden.

9 Cent abgebucht - immer wieder

Bei dem gebuchten Tarif handelte es sich um den "Callya Smartphone Special". Der kostet 9,99 Euro pro Monat, die Kosten werden vier Wochen im Voraus vom Prepaid-Guthaben abgebucht. Nach Ablauf der vier Wochen erneuert sich der Tarif automatisch - so lange, bis das Guthaben nicht mehr ausreicht. Dann kosten Minuten und SMS jeweils 9 Cent. Eben jene 9 Cent wurden fortwährend abgebucht, und zwar in unregelmäßigen Abständen: Mal kam die Abbuchung nur wenige Male am Tag, dann alle 30 bis 60 Minuten. Wie konnte das sein?

"Areamobile" zufolge fanden die Abrechnungen seit Mai kontinuierlich statt, und zwar unabhängig vom Gerät. Um Fehlerquellen auszuschließen, wurden die SIM-Karten in verschiedenen Geräten mit den Betriebssystemen iOS, Android, Windows Phone und Blackberry untersucht. Alle Geräte waren mit einem Wlan verbunden, zusätzlich wurde der intelligente Netzmodus zum Ausweichen auf das Mobilfunknetz bei schlechter Wlan-Verbindung deaktiviert.

Der Kundendienst hatte keine Lösung

Die Redaktion konfrontierte den Vodafone-Kundendienst, der das Problem laut eigener Aussage zwar von der Technik untersuchen ließ, aber keine zufriedenstellende Lösung parat hatte. Stattdessen schrieben die Service-Mitarbeiter lediglich die bis dahin abgebuchten fünf Euro gut. Eine Lösung des Problems ist das aber nicht. Auch andere Kunden hatten sich diesbezüglich bereits beim Vodafone-Kundenservice gemeldet.

Erst nachdem "Areamobile" die Pressestelle des Mobilfunkanbieters einschaltete, klärte sich das Problem auf: "Grund für die Anomalie ist eine Fehleinstellung im LTE-Netz gewesen, die wir inzwischen behoben haben", erklärte ein Firmensprecher dem Techportal. "Hierdurch wurden einem Teil unserer Kunden auch bei ausgeschalteter Datenverbindung so genannte Signalisierungspakete fälschlicherweise berechnet." Über diese Datenpakete, die oft nur wenige Byte groß sind, hält das Mobilfunknetz laufend Kontakt zum Smartphone - selbst dann, wenn dieses gar nicht im Netz surft. Die Übertragung dieser Signalisierungspakete hat Vodafone fälschlicherweise in Rechnung gestellt.

Laut Vodafone sind insgesamt 47.000 Kunden betroffen, davon rund 14.000 Prepaid- sowie 33.000 Vertragskunden. Die irrtümlich abgebuchten Beträge sollen wieder gutgeschieben werden. Darüber hinaus wird es keine Zahlungen als Entschädigung geben. Betroffene Kunden sollen sich bei Fragen an den Vodafone-Kundendienst werden.


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