Messenger Wie normal ist Ihr Whatsapp-Verhalten? Hier finden Sie es heraus

Eine Frau schaut auf das Smartphone, vermutlich nutzt sie Whatsapp
Whatsapp ist der weltweit beliebteste Messenger
© FG Trade / Getty Images
Warten Sie bei Whatsapp zu lange mit den Antworten? Und wie viele Nachrichten sind zu viele? Eine Studie analysiert das Chatverhalten – und verrät Ihnen, ob Sie in der Norm liegen.

Kommunikation ist immer auch von Unsicherheit geprägt. Kann ich das so sagen? Wie kommt es beim anderen an? Bei Messengern wie Whatsapp kommen noch weitere Fragen hinzu, etwa die angemessene Länge von Nachrichten, der Zeitpunkt der Antwort und wie viele Nachrichten man schreiben kann, bevor es unangenehm wird. Eine Studie will nun herausfinden, wie die Menschen wirklich über den Messenger kommunizieren. Ganz nebenbei erfahren die Teilnehmer, wie sie selbst im Vergleich dastehen.

Ziel der Studie der Universität Bielefeld ist es, Muster in der Kommunikation zu erkennen. Wie oft schreiben die Menschen im Schnitt? Welche Geschwindigkeit für Antworten ist normal? Aber auch: Wie ist die Selbsteinschätzung der Menschen bezüglich ihres eigenen Chat-Verhaltens? Daraus ließen sich wichtige Erkenntnisse über soziale Beziehungen ziehen, erklärt Studienautorin Olya Hakobyan dem stern. "Übergeordnetes Ziel ist es, zu verstehen, welche Muster sozialer Interaktionen mit höherer Resilienz verbunden sind und welche eher mit Einsamkeit einhergehen."

Whatsapp-Daten für die Wissenschaft

Die Basis für die Untersuchung sind echte Whatsapp-Daten. Die freiwilligen Teilnehmer können dabei über ein Online-Tool der Uni ihre Chat-Daten anonymisiert hochladen. Sie erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung von 30 Euro – vor allem aber eine grafische Auswertung des eigenen Chatverhaltens. 

"Teilnehmende erhalten Visualisierungen ihres eigenen Kommunikationsverhaltens, etwa dazu, wie viele Wörter sie in welchen Chats schreiben, wie sich diese Muster über die Zeit verändern, wie schnell sie antworten und zu welchen Tageszeiten sie am aktivsten sind", erklärt die Wissenschaftlerin. So können die Forscher die Daten nicht nur allgemein auswerten, sondern die Teilnehmer haben auch selbst sofort einen Erkenntnisgewinn.

Dabei blieben die Inhalte der Chats geschützt, wie Hakobyan betont. Die Uni sammelt nur die sogenannten Metadaten – beispielsweise den Zeitpunkt, die Länge der Nachricht oder den Zeitraum zwischen den Antworten. Die Inhalte der Chats selbst werden nicht übertragen. "Zusätzlich können in einzelnen Studien auch Fragebögen integriert werden, etwa zu Persönlichkeitseigenschaften, Einsamkeit und so weiter", erklärt Hakobyan.

Studie untersucht Chatverhalten

Die Whatsapp-Daten sind dabei repräsentativ für allgemeine Kommunikation. Auch ohne die Inhalte der Chats zu kennen, "lassen sich zeitliche Muster erkennen, etwa wann Menschen am häufigsten interagieren, wie viel Text sie schreiben, mit wie vielen Kontakten pro Tag sie kommunizieren oder wie schnell sie antworten", erläutert die Forscherin. 

Gemeinsam mit den Antworten aus den Fragebögen könne man so wichtige Erkenntnisse zum Verhalten bei Phänomenen wie Einsamkeit gewinnen. "Digitale Kommunikationsdaten erlauben es, diese Merkmale in hoher zeitlicher Auflösung sichtbar und messbar zu machen."

Auch die Teilnehmer profitieren oft von der Auswertung und lernen, das eigene Verhalten besser einzuordnen. Ein Beispiel ist der Druck, möglichst rasch zu antworten. "Viele Teilnehmende unterschätzten, wie schnell sie tatsächlich antworten, obwohl ein großer Teil von ihnen innerhalb von weniger als einer Minute reagierte. Diese Fehleinschätzung konnte durch die Visualisierungen korrigiert werden", so Hakobyan. 

Hier können Sie an der Studie teilnehmen.

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