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Wegen Werbung? Whatsapp nervt mit Statusmeldungen im Chat-Fenster

Eine junge Frau schaut aufs Smartphone. Nutzt sie Whatsapp?
Whatsapp ist der beliebteste Messenger der Welt
© Uwe Krejci
Viele Nutzer schätzen Whatsapp als schlichten Messenger und ignorieren die Statusfunktion. Doch dort will Whatsapp Geld verdienen. Jetzt kommt der Status direkt in die Chats.

No Ads, no Gimmicks – keine Werbung, kein Firlefanz. Das war lange Whatsapps Slogan. Die schlichte, leicht zu bedienende Oberfläche gehörte zum Erfolgsrezept des Messengers. Doch Betreiber Meta will zwölf Jahre nach der Übernahme endlich Geld mit Whatsapp verdienen. Jetzt wird dafür der Status prominenter in die Chat-Ansicht eingebaut.

Das entdeckte die auf Testversionen des Messengers spezialisierte Seite „Wabetainfo“ in einer Vorabversion für Android-Smartphones. Den Experten zufolge soll die Ansicht den Zugang zu Statusmeldungen erleichtern. Es gibt aber auch Hinweise, dass Whatsapp damit auch Werbung in den Chat-Tab bringen könnte.

Whatsapp neue Status Anzeige
Neben dem Whatsapp-Logo am oberen Rand zeigt die aktuelle Test-Version in der Chat-Ansicht aktuelle Status-Meldungen an
© WABetaInfo

So sieht die neue Status-Leiste bei Whatsapp aus

Der neue Fokus auf Statusmeldungen kommt in zwei Schritten daher. Ganz oben in der Chat-Ansicht thront jetzt eine neue Leiste, die an Instagram erinnert. In bunten Blasen sind dort die Statusupdates der am häufigsten genutzten Kontakte zu sehen und lassen sich direkt anwählen. Scrollt man die Chatliste nach unten, erscheint ein Balken, in dem die Statusbubbles angezeigt werden. Mit einem seitlichen Wischen kann man dort zwischen den Statusmeldungen durchscrollen.

Allerdings werden nicht alle Statusmeldungen so angezeigt: Hat man einen Kontakt bei den Statusmeldungen ausgeblendet, sind dessen Statusmeldungen auch in der neuen Ansicht nicht sichtbar.

Aus Story wird Status

Dass sich Statusmeldungen über den Chat anzeigen lassen, ist an sich nicht neu. Hat eine Person einen Status gepostet, kann man diesen auch bisher schon direkt in der Chat-Ansicht aufrufen, wenn man die Blase neben dem Kontaktnamen antippt. Allerdings muss man dafür erst zu der Person scrollen. Die neue Ansicht hat also für Status-Interessierte durchaus einen Vorteil: Sie können alle Meldungen sofort auf einen Blick sehen, ohne dafür suchen oder den Tab wechseln zu müssen.

Allerdings hat Whatsapp einen klaren Anreiz, die Statusmeldungen auch denjenigen Nutzern nahezulegen, die sie bisher weitgehend ignorieren. Der Statusbereich ist nämlich bislang der einzige Bereich, in dem der Messenger Werbung anzeigt. Wischt man durch die Statusmeldungen mehrerer Nutzer, blendet Whatsapp dazwischen auch Werbeclips ein. So, wie man es etwa auch von Instagram-Storys kennt.

Das dürfte auch der Hintergrund für den Umbau sein: Tippen die Nutzer nur die Statusmeldungen der Kontakte einzeln an, ist es für Betreiber Meta schwerer, dort Werbung unterzubringen. Fangen aber auch Statusmuffel an, die neue Leiste zu benutzen, kann Whatsapp auch dort werben – ohne das Versprechen zu brechen, den Chat weiter werbefrei zu halten.

Whatsapp soll Geld verdienen

Der Umbau von Whatsapp vom reinen Messenger zur Social-Media-Plattform wird von vielen Nutzern kritisch gesehen. Der Messenger war beliebt, weil er einfach zu nutzen und nicht überladen war. Selbst Eltern, die ihre Kinder von Plattformen wie Instagram oder Tiktok fernhalten wollten, konnten die Nutzung von Whatsapp als Kommunikationsmittel guten Gewissens erlauben. Allerdings wuchs mit den Nutzerzahlen auch der Druck auf Meta, die mittlerweile mehr als drei Milliarden User zu Geld zu machen. 

Ein Ansatz dafür wurde – zumindest in Europa – von der EU untersagt. Meta darf keine der bei Whatsapp gesammelten Daten nutzen, um Werbung bei den Schwesterfirmen Instagram und Facebook zu personalisieren, solange der Nutzer dem nicht explizit zugestimmt hat.

Ob und wann genau der nun getestete Umbau tatsächlich allgemein ausgerollt wird, ist bisher noch unklar. In der Regel landen Features aus Testversionen aber irgendwann auch in der offiziellen Version der App. Ein Abschalten der Werbung testet Whatsapp übrigens auch: Für 3,99 Euro monatlich kann man den Messenger dann vollkommen werbefrei nutzen (hier erfahren Sie mehr). 

Quelle:  WABetaInfo

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