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BERLIN: Der Tiefe auf den Grund gehen

Berliner Studenten wollen Geheimnisse der Weltmeere lüften

Berliner Studenten wollen Geheimnisse der Weltmeere lüften

Mit einem neuentwickelten Tieftauchsystem wollen Berliner Studenten die Geheimnisse der Weltmeere lüften. Denn bislang wurde die Erkundung der Artenvielfalt in der Tiefsee praktisch ausgeklammert. Jetzt scheint der Durchbruch geschafft. Das Tieftauchsystem Geostar soll Licht ins sprichwörtliche Dunkel bringen.

Sonden liefern Informationen vom Meeresboden

Grund für die spärliche Ausbeute der Tiefseeforscher war bisher das Fehlen von Erkundungsgeräten, die dem immensen Druck standhalten können und trotzdem manövrierfähig sind.

Studenten und Professoren der Technische Universität Berlin haben sich dem Problem angenommen. »Wir haben ein Gerät entwickelt, das einzelne Bodenstationen auf dem Meeresgrund platzieren und wieder bergen kann«, sagt Günther Klaus vom Institut für Schiffs- und Meerestechnik der TU Berlin. Die ausgesetzten Sonden können per Ultraschall gesteuert werden und sendet mittels einer Boje kontinuierlich Daten über die Lebensumstände in der Tiefsee.

Vulkanologen planen präzisere Frühwarnsysteme

Nicht nur Meeresbiologen, auch Vulkanologen versprechen sich von dem maritimen Datensammlern neue Erkenntnisse. Vulkanausbrüche und Seebeben, die häufig haushohe Flutwellen mit sich bringen, können eventuell präziser vorhergesagt werden. »Die Möglichkeit, Sonden des Geostar-Systems per Fernsteuerung präzise an Stellen mit besonderem Artenreichtum oder seismischer Aktivität zu lenken, macht das System für Wissenschaftler besonders interessant«, berichtet Hans Gerber, Projektmanager des mit EU-Mitteln ausgestatteten Projekts.

Probefahrt vor Sizilien

Die Feuertaufe in 2.000 Metern Tiefe hat der Geostar schon bestanden. Nach einer erfolgreichen Mission vor Sizilien ist die Tauchsonde nun im östlichen Mittelmeer in bis zu 4.000 Metern Tiefe im Einsatz. Herausforderungen gibt es genug: Der pazifische Japan-Graben ist 10.564 Metern tief. (ad)

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