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AOK-Familienstudie: Familien fehlt gemeinsame Zeit

Was können Eltern tun, damit Kinder gesünder aufwachsen? Um das herauszufinden, hat die AOK in der "AOK-Familienstudie 2014" 1138 Mütter und 365 Väter befragt und aus den Antworten Tipps erarbeitet.

Das überraschend positive Ergebnis: Eltern und Kindern geht es größtenteils gut. Die Studie weist nach, wie eng Kinder- und Elterngesundheit zusammenhängen. Zwei Drittel aller Väter und Mütter fühlen sich gesundheitlich gut oder sehr gut. Bei den Kindern liegt dieser Wert den Eltern zufolge sogar bei 80 Prozent. 93 Prozent der Eltern geben an, mit ihrem Familienleben zufrieden zu sein.

Aber die Studie zeigt auch, was fehlt und vermisst wird: So bewerten Alleinerziehende ihren Gesundheitszustand deutlich schlechter als Eltern in Paarfamilien. Sie sind weniger zufrieden und leiden stärker unter dem Organisationsaufwand des Familienalltags. Besonders deutlich wird: Eltern klagen vermehrt über Zeitstress, der unter allen Belastungs-faktoren mit 46 Prozent am häufigsten genannt wurde. Er wirkt sich nachweislich auf die Gesundheit der ganzen Familie aus.

Aus den Antworten der Eltern haben die Wissenschaftler Prof. Ulrike Ravens-Sieberer und Prof. Klaus Hurrelmann vier Empfehlungen erarbeitet, wie die Familiengesundheit bewahrt und verbessert werden kann:

1. Elterngesundheit: Achten Sie auf sich!

Eine zentrale Empfehlung lautet: Väter und Mütter sollten auf ihre eigene Gesundheit achten. Denn sie kommt der Gesundheit der Kinder direkt zugute. Kinder spüren sensibel, ob es den Eltern gut geht oder nicht. In anstrengenden Familienphasen verlieren Eltern oft die eigene Gesundheit aus dem Blick. Deshalb sind Auszeiten wichtig, alleine oder mit Partner, um Ab-stand zu gewinnen und wieder aufzutanken. Laut AOK-Familienstudie wünschen sich 50 Prozent der Eltern mehr Zeit mit dem Partner und 38 Prozent mehr Zeit für sich selbst.

2. Familienzeit: Verbringen Sie mehr Zeit mit Ihrer Familie!

Verbringen Eltern und Kinder bewusst gemeinsame Zeit miteinander, wie z.B. bei gemeinsamen Mahlzeiten, regelmäßigen Gesprächen oder gemeinsamer Bewegung, trägt das zur Zufriedenheit und Gesundheit aller Familienmitglieder bei. Laut AOK-Studie empfinden 81 Prozent der Eltern gemeinsame Mahlzeiten als schöne Zeit.

3. Netzwerke: Suchen Sie sich Unterstützung!

Ein Netzwerk aus Verwandten, Nachbarn und Freunden entlastet Eltern und Kinder. Allein-erziehende profitieren hiervon in besonderem Maße. Wichtig ist, dass dieses Netzwerk auch funktioniert, wenn es einmal eng und kritisch wird. 62 Prozent der Eltern entlastet vor allem eine verlässliche Kinderbetreuung.

4. Kindergesundheit: Hören Sie auf gesundheitliche Signale Ihres Kindes!

Die Studie zeigt, dass 20 Prozent aller Kinder regelmäßig unter Beschwerden wie z. B. Einschlafstörungen, Kopf- oder Rückenschmerzen oder Gereiztheit leiden. Diese gesundheitlichen Signale können Anzeichen sein für eine belastende Situation, z. B. in Kita und Schule oder im Lebensumfeld des Kindes. Sie sensibel zu interpretieren und frühzeitig zu handeln, trägt zur Gesundheit des Kindes bei.

Kindergesundheit zu erhalten und zu fördern, hat für die Gesundheitskasse eine zentrale Bedeutung. In der eigens dafür von der AOK gegründeten Initiative: Gesunde Kinder - gesunde Zukunft setzt die AOK vor allem auf langfristig angelegte Angebote. Im Rahmen dieser Initiative hat die AOK mit der AOK-Familienstudie 2014 nun zum dritten Mal nach 2007 und 2010 eine große Untersuchung zur Familiengesundheit durchgeführt.

Unter dem Dach der Initiative laufen weitere Aktivitäten wie etwa das AOK-Kindertheater "Möhren, Kinder, Sensationen", die Kindergartenprogramme oder die Zusammenarbeit mit Institutionen wie der Stiftung Lesen, der Stiftung Stiftung Kindergesundheit und dem Internetportal für Kinder mit Lese- und Recht-schreibschwäche, LegaKids.net.

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