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Finanzprobleme: Studieren muss man sich erstmal leisten können

Ein Studium kostet heute so viel wie ein gut ausgestatteter Mittelklassewagen. Die finanzielle Belastung führt immer wieder zum Studienabbruch. Wer rechtzeitig vorsorgt, kann entspannter lernen.

Clever allein reicht nicht. Circa 27 Prozent aller Studierenden brechen ihr Studium vorzeitig ab. Für jeden Zweiten der Abbrecher sind finanzielle Nöte ein wichtiger Faktor beim Studienabbruch. Für 17 Prozent ist die finanzielle Situation der einzige Grund, das Diplom für immer abzuschreiben. Die Situation wird sich aufgrund steigender Studien- und Lebenshaltungskosten weiter verschärfen, so eine aktuelle Einschätzung der Ausbildungsexperten des Finanzdienstleisters Delta Lloyd.

Schon heute kostet ein Studium so viel wie eine individuell ausgestattete Mittelklassenlimousine. Im Schnitt belaufen sich die Kosten für ein Studium auf 54.000 Euro. Gut 640 Euro benötigen beispielsweise westdeutsche Studenten durchschnittlich jeden Monat zum Leben. Bei zeitintensiven Fächern wie Kunst oder Philosophie kann je nach Studienlänge die Rechnung allein für die Lebenshaltungskosten am Ende leicht mehr als 60.000 Euro betragen. Hinzu kommt der Verdienstausfall während der Studienjahre. Die Bafög-Förderung hilft da nur bedingt. Gerade ein Prozent aller Studenten, die nicht mehr zu Hause wohnen, kann sich allein mit der Bafög-Leistung über Wasser halten.

Die große Karriere kostet noch ein bisschen mehr

Erhalten haben die Studenten dann aber kein individuelles Studium, sondern nur Massenabfertigung und ein Standarddiplom. Die große Karriere versprechen diese Abschlüsse immer seltener. Soll es ein bisschen mehr sein, etwa ein Studium im Ausland oder vielleicht ein Examen an einer privaten Universität, muss die Geldbörse für die zusätzlichen Studiengebühren um einiges praller gefüllt sein.

So wollen beispielsweise englische Universitäten zukünftig allein mindestens 7.000 Euro an Studiengebühren für ein Erststudium verlangen. Auch in Deutschland sind Studiengebühren im kommen. Leistungsstarke Privatinstitute verlangen schon heute 15.000 Euro und mehr Gebühr für ein Studium. Und auch die staatlichen Universitäten finden immer wieder Möglichkeiten, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Entgelte für Langzeitstudierende oder beliebig gestaltbare Verwaltungskostenbeiträge sind in einigen Teilen Deutschlands bereits eingeführt.

Elternfinanzierung hat ihre Risiken

Im Normalfall zahlen die Eltern drauf. Circa 86 Prozent aller Studenten, die nicht mehr zu Hause wohnen, erhalten trotzdem weiter finanzielle Hilfe von dort. Das Risiko: Tod oder Invalidität des elterlichen Hauptverdieners gefährden die Ausbildung der Kinder. Etwa jeder Dritte, der mit 35 Vater wird, ist beim Universitätsabschluss seines Kindes invalid oder verstorben. Mit 40 Jahren steigt das Risiko auf 49 Prozent.

Eine Ausbildungsversicherung kann eine solide finanzielle Alternative sein. Aus der Versicherung erhält das Kind zu einem vorher festgelegten Termin ein feste Summe, etwa 50.000 Euro zum zwanzigsten Geburtstag. Bei Tod oder Pflegebedürftigkeit des versicherten Versorgers entfallen alle weiteren Prämien. Tipp: Je früher mit der Absicherung begonnen wird, desto niedriger ist die monatliche Prämie.

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