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Kunsthistorisches Institut bietet Praxisstudium an

Kunsthistorisches Institut bietet Praxisstudium an

Das kunsthistorische Institut Hamburg bietet seit dem Wintersemester 1999/00 das so genannte Praxisstudium an, in dem Kunstgeschichtsstudenten ein Semester lang an zwei Tagen der Woche in einem Museum, der Kunsthalle oder dem Amt für Denkmalschutzpflege arbei-ten können und dadurch einen Einblick in den dortigen Arbeitsalltag bekommen.

Andy Warhols Soup Cans anzuordnen, die Kurzbiografie von Paul Klee für eine Informati-onsbroschüre zu verfassen oder eine Führung durch die Delaunay-Ausstellung zu organisieren - welcher Kunstgeschichtsstudent träumt nicht davon?

Seit dem letzten Wintersemester ermöglicht das kunsthistorische Institut Hamburg das so genannte »Praxisstudium«. Ziel dieses kombinierten Studiums ist der Austausch zwischen theoretischem Fachwissen und außeruniversitärer Praxis im Berufsalltag eines Museums oder einer sonstigen kulturellen Institution. Prof. Dr. Monika Wagner, Lehrbeauftragte des kunstgeschichtlichen Instituts Hamburg, weist daraufhin, dass durch diese Kombination eine »qualitative Verbesserung der Ausbildung« erreicht werden könnte. Für ein Semester arbeiten die Studenten an zwei Tagen der Woche im Museum für Kunst und Gewerbe, in der Hamburger Kunsthalle oder im Denkmalschutzamt. Voraussetzung für die Bewerbung um die zehn Praktikumsplätze pro Semester ist sowohl das Studium der Kunstgeschichte im ersten Hauptfach als auch ein abgeschlossenes Grundstudium.

»16 Stunden pro Woche habe ich im Museum für Kunst und Gewerbe gearbeitet, was eine Herausforderung und Umstellung zum normalen Unialltag war«, berichtet Christine, die das erste Praxisstudium im Wintersemester 1999/2000 mitgemacht hat. Im Unterschied zum gängigen Praktikum bietet das Praxissemester den Einblick in vier zentrale Arbeitsbereiche kultureller Institutionen: die Arbeit an Objekten (Inventarisieren), Mitarbeit an der Ausstellungskonzeption, Öffentlichkeitsarbeit und Evaluierungstätigkeiten. »Ich konnte in jeder Abteilung des Museums arbeiten und bekam dadurch einen Einblick in die Organisation und den Arbeitsablauf.«

Den typischen Arbeitsablauf beschreibt Christine so: »Um 9:30 Uhr habe ich angefangen zu arbeiten. Da die Ungerer-Ausstellung anstand, musste ich einmal eine Biografie des Künstlers für die Ausstellungsbroschüre schreiben oder je nach Bedarf einen Text zur anstehenden Ausstellung verfassen, einen Entwurf erstellen, wie und wo die Exponate in den Räumen aufgehängt und thematisch gruppiert werden sollten und auch mal die Bilder anbringen und den Bilderrahmen putzen.« Die Arbeit im Museum sei »eine sehr gute Möglichkeit gewesen, um einen Einblick in diesen Bereich zu bekommen.« Und zum Schluss grinst Christine und meint: »Ich habe große Lust nach meinem Studium in einem Museum tätig zu sein, aber dann als Mitarbeiterin.«

Information:

Die Bewerber sollten einen Lebenslauf mit einem kurzen Text zu eigenen Studieninteressen und einer Begründung ihrer Präferenz für eine der drei Institutionen einreichen.

Bewerbungen für das folgende Semester müssen jeweils am Ende des Semesters im Geschäftszimmer des Kunstgeschichtlichen Seminars, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg eingereicht werden.(yk)


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