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Kind fast totgeprügelt: Vater fordert Gerechtigkeit für prügelnden Babysitter

Das Gefühl der Hilflosigkeit muss kaum auszuhalten sein: Joshua Marbury gab seinen einjährigen Sohn in die Obhut eines Babysitters. Als er wiederkehrte war das Kind blau geschlagen. Die Justiz ließ ihn zunächst im Stich - doch Marbury gibt nicht so schnell auf.

Babysitter Kind geschlagen

Der kleine Jacob in der Badewanne - er wurde von seinem Babysitter geschlagen, doch die Justiz wollte zunächst nichts unternehmen

Verängstigt schaut der kleine Jacob in die Kamera, sein Gesicht ist schlimm gezeichnet: Ein Bluterguss erstreckt sich über die rechte Wange, das rechte Auge hat ein Veilchen. Dieses Bild seines einjährigen Sohnes postete Joshua Marbury aus dem US-Bundesstaat Oregon auf Facebook - es ist ein Schrei nach Gerechtigkeit, nachdem die Justiz den 26-Jährigen zunächst völlig im Stich ließ.

Neben den beiden Fotos schilderte Marbury auf Facebook, was Jacob widerfahren war. Vor zwei Monaten hatte er den kleinen Jungen in die Obhut eines Babysitters gegeben, als er nach Hause zurückkehrte, fand er sein Kind so vor. Ein klarer Fall für die Justiz, sollte man meinen - der 26-Jährige erstattete Anzeige. Doch obwohl der Babysitter gegenüber Marbury einräumte, das Kind geschlagen zu haben, passierte - nichts.

"Niemand sollte ein Kind schlagen  und davonkommen"

Bei Facebook schrieb Marbury: "Mehrere Ärzte sagten mir, dass die Verletzungen tödlich hätten sein können". Sogar der Handabdruck des Schlägers habe man auf dem Gesicht wiedererkennen können. Der Familienvater hoffte, der zuständige Staatsanwalt würde sich für Gerechtigkeit einsetzen, dann erreichte ihn die Hiobsbotschaft, dass die Anklage fallen gelassen wurde. Der Grund ist eine fragwürdige Gesetzesgrundlage im Bundesstaat Oregon.

Demnach würde die Anzeige fallen gelassen, weil sein Sohn nicht in der Lage sei, gegen den Täter auszusagen - da er ja noch nicht sprechen könne, wie Marbury schreibt. Eine äußerst bizarre Begründung, die ihn hilflos zurück ließ. In seiner Botschaft schreib er: "Eine Leiche kann auch nicht sagen, wer sie umgebracht hat. Niemand sollte ein Kind schlagen können und damit davonkommen, weil das Kind nicht aussagen kann."

Der 26-Jährige Familienvater fordert Gerechtigkeit und verfasste daraufhin einen Facebook-Post, in der Hoffnung, er würde sich im Netz viral verbreiten und Druck auf die Autoritäten aufbauen. Marburys Plan ging auf. Mittlerweile wurde sein Post über 371.000 Mal geteilt. Unter dem Hashtag #justiceforjacob erfuhren abertausende Menschen über das Schicksal des kleinen Jacob. Auch der Staatsanwalt will den Fall nun neu aufrollen. Gegenüber der US-Zeitung "The Oregonian" sagte er, die Bilder die Marbury bei Facebook gepostet hatte, seien ihm bislang nicht bekannt gewesen. "Diese Bilder haben mich dazu bewogen, einen anderen Weg einzuschlagen", bestätigte er dem Blatt.

amt
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