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Daddylicious: Was, ihr bekommt ein Kind? Selbst schuld!

Die Eltern von Lisa sind zu alt, die von Malte hingegen zu jung. Eine Familie hat zu wenig, die andere zu viele Kinder. Kai Bösel hat genug von dem Mist, den sich Eltern dauernd anhören müssen.

Vor ein paar Tagen habe ich in unserem Väter-Magazin das Buch „Seid fruchtbar und beschwert Euch!“ von Malte Welding vorgestellt. Ein Rant gegen die deutsche „Kein Kind Politik“, unflexible Arbeitgeber und verständnislose Freunde. Es gibt ein versöhnliches Ende. Denn „Kinder sind das nächste große Ding“. Die Lektüre hat mich trotzdem zum Denken angeregt. Ist es wirklich so schlimm auf dem Weg zum Eltern sein?

Auf die Ausführungen von Malte Welding in Richtung der eierstocklosen Politik und den Problemen auf dem Arbeitsmarkt will ich gar nicht eingehen. Was mich aber interessiert und beschäftigt ist die Reaktion des Umfeldes, also Freunde und Bekannte. Ich bin nun selbst Anfang 40. Und wenn ich von Paaren höre, die ein Kind erwarten, dann habe ich dazu eine Meinung. Meist freue ich mich für die zukünftigen Eltern, denn ein Kind ist das Größte. Und ich glaube auch, dass jeder mit der neuen Situation klarkommt. Wenn er sich bemüht, ehrlich auf die neue Situation einstellt und sich bewusst macht, dass nichts mehr so sein wird wie vorher.

Wenn ihr aber mit offenen Ohren durch’s Leben geht, dann hört ihr in Bezug auf die Ankündigung von Nachwuchs häufig nörgelige Stimmen. Als zum Beispiel Britney Spears von Kevin Federline mit 23 und 24 Jahren ihre Kinder bekam, gab es sicherlich mehr Kritiker als Beführworter. Von „die ist doch noch viel zu jung“ über „warum tobt sie sich nicht erstmal aus“ bis hin zu „das wird doch sowieso nix“ war zu lesen und zu hören. Dabei war Nachwuchs bei Paaren Mitte zwanzig in der Generation unserer Eltern absolut normal und kein Grund, die Qualifikation der Erwachsenen anzuzweifeln.

Dann gibt es noch die Fraktion „viel zu alt“. Auch hier bedienen wir uns mal der Promi-Mama Halle Berry, die mit 47 Jahren ihren zweiten Sohn geboren hat. Oder Geena Davis, die mit sogar 48 Jahren nochmal Zwillinge bekam. Und auch Holly Hunter gebar mit 47 Jahren noch Zwillinge. Und was wird dann diskutiert? „Die sind die Großeltern beim Elternabend“. Oder auch „Was sie ihren Kindern damit antun“. Und „hoffentlich wird das Kind gesund“. Sicherlich ist eine Schwangerschaft mit über 40 ein deutlich höheres Risiko. Aber das lässt sich alles umfassend checken. Dem Kind fügt man mit der späten Geburt sicherlich auch keinen Schaden zu, denn sie werden weder um die Kindheit gebracht noch sonst beeinträchtigt. Und wären sonst gar nicht geboren worden.

Und dann gibt es noch die Paare, die sich für mehr als – sagen wir mal – zwei Kinder entscheiden. Oder Eltern, die ein Kind adoptieren. Oder die sich als Homo-Paar um ein Kind bemühen. Statt sich mit diesen Menschen zu freuen, dass sie sich für ein Kind entscheiden, wird gern kritisiert. Damit sollten wir aufhören. Denn Deutschland ist in Sachen Geburtenrate und Kinderfreundlichkeit ziemlich abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Wir sollten uns über jedes einzelne Kind freuen, das geboren wird. Die Entscheidung über den richtigen Zeitpunkt sollten wir genauso wenig bewerten wie die Familientauglichkeit moderner Lebensmodelle wie Patchwork, Alleinerziehung oder gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Kinder sind das Beste auf der Welt. Wichtig ist, dass sie geliebt, umsorgt und behütet werden. Alles andere passt schon.

Die Lektüre des Buches "Seid fruchtbar und beschwert euch!" möchte ich euch abschließend nochmal empfehlen. Das ist informativer, knackiger und unterhaltsamer Lesestoff, der ein Plädoyer für Kinder ist. Allen Problemen und Schwierigkeiten zum Trotz. Denn „Kinder sind das nächste große Ding“.

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