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Twitter-Diskussion: Frauen teilen die dämlichsten Sprüche, die sie sich als Schwangere anhören mussten

Niemand hat etwas gegen hilfreiche Tipps oder gute Ratschläge. Aber inhaltlose Plattitüden, passiv-aggressive Beleidigungen oder Horrostorys möchte sich nun wirklich keine Frau anhören, die ein Kind erwartet. Oft haben Schwangere aber keine Wahl.

Eine schwangere Frau am Strand

Als schwangere Frau bekommt man jede Menge fragwürdige Tipps

Unsplash

Das Gegenteil von "gut" ist ja bekannterweise "gut gemeint" – das gilt in besonderer Weise für vermeintlich gute Ratschläge, die manche Menschen schwangeren Frauen mit auf den Weg geben wollen. Twitter-Nutzerin @Jesteresse hatte die Nase voll, nachdem sie sich die "Klassiker" des Genres einen nach dem anderen anhören musste. Hilfreich? Fehlanzeige. Nervig? Aber hallo!

Auf Twitter fragte sie in die Runde, was sich andere Frauen schon an Pseudo-Weisheiten anhören mussten. Und die Reaktion war überwältigend – viele scheinen nur auf eine Gelegenheit gewartet zu haben, ihren Frust über nutzlose Tipps und unwitzige Sprüche endlich mal rauszulassen.

Schwangere sollen sich nicht so anstellen!

Die schöne Geschichte von den guten alten Zeiten wird gerne auch erzählt, wenn Frauen bei der Geburt Medikamente, eine PDA oder gar einen Kaiserschnitt wollen. Oder nichts von Hausgeburten halten. "Früher ging das auch alles einfach so!" und "Das ist doch alles gar nicht natürlich!" Ja, wenn es nach Natürlichkeit ginge, würden noch heute mehr als vier Mal so viele Frauen bei der Geburt sterben, so wie noch 1952. Klingt reizvoll.

Ja, tendenziell wollen wir ehrliche Geburtsberichte hören und nicht das ewige "Ach, hinterher hast du eh alles vergessen". Aber bitte nur, wenn wir danach fragen! Horrorstorys sind wirklich kein gutes Small-Talk-Thema an der Kaffeemaschine im Büro. Wenn jemand sein Trauma loswerden will, ist das ja völlig okay – aber bitte nach vorheriger Vorwarnung und vielleicht lieber bei jemandem, der die Geburt bereits hinter sich hat und nun nicht die nächste Wochen zähneklappernd mit der Decke überm Kopf in der Wohnzimmerecke kauern muss.

Mutterschutz ist ein anderes Wort für Faulheit

Auch schön, wenn das jemand einzuschätzen weiß, der nie selbst in den Genuss einer Schwangerschaft gekommen ist und nicht einmal über Jahre die Periode überstehen musste. Kann doch nicht so schwer sein, monatelang einen kleinen Menschen mit sich rumzuschleppen und schließlich aus seiner Vagina zu pressen, oder? ODER? Und Frauen liegt natürlich nichts an ihrem Job – und sie haben auch keine Angst um ihn, wenn sie schwanger werden. Weil heutzutage das Gehalt des Mannes und das überaus üppige Kindergeld ja für ein Leben im Luxus ausreichen ... Ironie aus.

Hierzu fällt uns auch nichts ein. Es gibt tatsächlich Dinge im Leben, auf die man schlicht keinen Einfluss hat. Zwillinge, Junge, Mädchen – das regelt die Natur für uns. Dümmliche Kommentare dazu kann sich also wirklich jeder schenken.

Nein, nicht mal ein winziges Glas!

Auf das "eine Glas Sekt" würden wir gern kurz eingehen. Ja, für eine launige Partyrunde ist es, aus merkwürdigen kulturellen Gründen, vielleicht blöd, wenn die anwesende Schwangere nichts trinkt. Sie perfide zum Mittrinken überreden zu wollen, ist aber unter aller Kanone. Menschen, die auch 2019 noch glauben, dass ein bisschen Alkohol für ein heranwachsendes Baby nicht schlimm ist, sei ein Spaziergang durch das Medizin-Museum der Berliner Charité empfohlen. Da sieht man in erschreckender Echtheit die Folgen von Alkohol auf Embryonen, und plötzlich begreift man, wie real die Gefahr für so einen ungeborenen Menschen ist.

Jede Frau ist anders, und auch jede Schwangerschaft. Seltsam, dass es in Filmen und im Fernsehen aber immer gleich abläuft. Vielleicht meinen deshalb so viele Menschen, die nicht selbst schwanger waren, Experten auf diesem Gebiet zu sein.

Trauriger Fakt: Schwangerschaftsstreifen hängen vom Bindegewebe ab, und dessen Beschaffenheit ist rein genetisch bedingt. Klar ist es nie verkehrt, sich einzucremen, und auch Öle mit Vitamin E sind fein für die Haut. Trotzdem können sie keine Streifen am wachsenden Babybauch verhindern. Auch, wenn die Werbung etwas anderes verspricht. Sorry!

wt
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