HOME

Nicht vor dem 1. Juli: Diskussion um die Sommerferien: Berlin und Hamburg wollen neue Regeln

Bisher beginnen und enden die langen Sommerferien in allen Bundesländern zu ganz unterschiedlichen Terminen. Das hat vielleicht in Sachen Reiseverkehr Vorteile, für Schüler entstehen dadurch aber mitunter handfeste Probleme. Zwei Bundesländer wollen nun dafür sorgen, dass mehr Gerechtigkeit herrscht.

Kinder lieben die Ferien – für Eltern sind sie manchmal schwierig zu organisieren

Kinder lieben die Ferien – aber je älter sie werden, desto wichtiger wird ihnen auch die Schule

Unsplash

Sommerferien sind für viele Kinder die beste Zeit des Jahres. Endlich genug Freizeit zum Spielen, mit Freunden herumtoben und das schöne Wetter genießen – sei es daheim oder im Urlaub. Ärgerlich war für viele Familien bisher aber, wenn sie in ihrem jeweiligen Bundesland einen "schlechten" Zeitraum für die großen Ferien abbekamen. Zu früh oder zu spät, so dass man die beste Zeit des Sommers kaum genießen kann. Einige Bundesländer wollen nun anregen, dass die Sommerferienzeit in den verschiedenen Bundesländern wieder näher zusammenrückt.

Die Termine irritieren Schüler und Familien

In Mecklenburg-Vorpommern begannen die Ferien in diesem Sommer schon am 22. Juni. Wer sich auskennt, weiß: Das Wetter ist Ende Juni meist noch herzlich launisch. In Baden-Württemberg endeten sie dafür erst am 12. September – eigentlich schon Herbst. Die Bundesländer Hamburg und Berlin wollen nun für ein bisschen mehr Fairness in der Ferienverteilung sorgen. Sie schlagen vor, die Zeiträume wieder näher aneinander zu rücken und zudem in keinem Bundesland die Sommerferien vor dem 1. Juli beginnen zu lassen. Denn nicht nur für den gesamten Jahresablauf von Familien ist es seltsam, wenn im Vorjahr die Sommerferien im Juni starteten und in diesem Jahr erst im August – auch für das Lernen können die großen Terminunterschiede es hinderlich sein.

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres sagte: "Vor allem Sprünge von einem späten Ferientermin auf einen frühen Ferientermin führen zu einer Verkürzung von Schuljahren", das habe negative Auswirkungen auf die Lernzeit der Schüler, sei eine Belastung der Lehrkräfte und störe „schulorganisatorische Prozesse“. Und gerade, wenn es bei den Schülern an wichtige Abschlussprüfungen gehe, werden die unterschiedlich langen Vorbereitungszeiten zu einem echten Problem.

Auch für das Abitur sind die Ferientermine schwierig

Und speziell heute, wo man sich fast überall einig sei, dass das Abitur bundesweit einheitlich gestaltet werden solle, müssten alle Schüler auch ähnlich viel Zeit zum Lernen haben. Angesichts eines gemeinsamen Pools von Abituraufgaben seien so große Schwankungen bei der Länge der Schulhalbjahre nicht mehr zeitgemäß, sagte Scheeres. Sie fordert: „Die Ferien sollten zwischen dem 1. Juli und dem 10. September liegen.“ So könnten sich alle Länder besser dem Ziel annähern, ein bundesweit vergleichbares Abitur durchzuführen.

wt

Wissenscommunity