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Kommentar

Starkoch verletzt Kinderrechte: Jamie Oliver bestraft seine Tochter mit scharfem Chili

Seine Tochter Poppy war frech zu ihm und Jamie Oliver bestrafte sie mit einer kulinarischen Maßnahme: Er schnitt ihr einen Apfel auf, den er anschließend mit Chili einrieb – einer schmerzhaft scharfen Sorte.

Jamie Oliver und seine Frau Jools mit ihren vier Kindern. Die heute zwölfjährige Poppy steht auf dem Foto von 2010 ganz rechts, die Familie holte damals nach der Geburt die Mama und den kleinen Buddy aus dem Krankenhaus ab.

Jamie Oliver und seine Frau Jools mit ihren vier Kindern. Die heute zwölfjährige Poppy steht auf dem Foto von 2010 ganz rechts, die Familie holte damals nach der Geburt die Mama und den kleinen Buddy aus dem Krankenhaus ab.

Der Starkoch Jamie Oliver, 39, und seine ebenso alte Frau Jools haben vier gemeinsame Kinder, drei Töchter und einen Sohn. Da geht es zu Hause gelegentlich hoch her, erstrecht, wenn die älteste Tochter mit ihren zwölf Jahren gerade auf dem Weg in die Pubertät ist. In der "BBC Good Food Show" erzählte der Brite am Sonntag, wie er Poppy eine Lehre erteilt hat.

"Poppy war ziemlich respektlos und frech zu mir und hat ihr Schicksal herausgefordert. Früher hätte ich ihr die Leviten gelesen, aber das ist nicht erlaubt. Also gab ich ihr Chili zur Strafe", zitiert die "Daily Mail" aus der Sendung vom vergangenen Wochenende. "Fünf Minuten später, als sie dachte, ich hätte den Vorfall vergessen, fragte sie mich nach einem Apfel. Ich schnitt ihn in Stücke, rieb ihn mit Scotch Bonnet ein und es funktionierte: Sie rannte zu ihrer Mutter und sagte 'Das schmeckt pfeffrig scharf!' Ich stand lachend in der Ecke. Jools sagte zu mir: 'Mach das nie wieder!'"

Keine Ahnung von Kinderrechten

Schärfe wird anhand der sogenannten Scoville-Skala gemessen und auf der liegt die Chilisorte Scotch Bonnet ganz weit oben. Während eine Jalapeño zwischen 2500 und 8000 erreicht, schafft diese Sorte zwischen 100.000 und 350.000 Schärfeeinheiten. Wie sehr das im Mund brennt, lässt sich leicht vorstellen. Eine solche Strafe ist, gerade von einem Koch, der genau weiß, was er tut, ein Fall von Kindesmisshandlung.

Doch damit nicht genug, auch Jamie Olivers abgegebene Erklärung lässt tief blicken: "Ich bestrafe sie mit Chilis. Es ist nicht mehr üblich, seine Kinder zu schlagen, es ist nicht sehr modern und nicht erlaubt. Und wenn man, wie ich, ein Starkoch ist, liest sich das nicht besonders gut in der Zeitung. Also braucht man Alternativen."

Man sollte meinen, dass Jamie Oliver über genug Erfahrung mit der Öffentlichkeit verfügt, um abschätzen zu können, was er mit einer solchen "Anekdote aus dem Familienalltag" auslöst: einen PR-GAU. Da der Koch so frei darüber redet, liegt die Vermutung nahe, dass er sich tatsächlich nicht bewusst war, gegen Kinderrechte verstoßen und sein Kind verletzt zu haben.

Was nicht zu entschuldigen ist.

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