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Kinderbetreuung: Was tun, wenn die Kita streikt?

Während der Tarifverhandlungen waren schon viele Eltern von Kitastreiks betroffen. Welche Rechte und Pflichten haben Eltern, wenn die Betreuung ausfällt? 5 Antworten, die Ihnen helfen.

Von Susanne Baller

Damit Ihr Kind sich nicht langweilt, wenn die Kita ausfällt, planen Sie rechtzeitig Notfalllösungen

Damit Ihr Kind sich nicht langweilt, wenn die Kita ausfällt, planen Sie rechtzeitig Notfalllösungen

Eine neue Runde in den Tarifverhandlungen begleiten die Erzieher der städtischen Kindergärten mit erneuten Warnstreiks. Das Ringen der Gewerkschaft um eine bessere Eingruppierung der Betreuer zieht sich hin. Wenn auch großes Verständnis der Eltern für die Berufsgruppe herrscht, die ihren Kindern so nah ist, steht doch so mancher Elternteil, arbeitend wie nicht arbeitend, vor dem Problem "Was mache ich mit meinem Kind?". Die Ankündigungen der Warnstreiks finden meist kurzfristig statt, sodass es wichtig ist, seine Rechte zu kennen sowie ein paar Ideen zur alternativen Betreuung zu haben. Jedes Mal spontan Urlaub zu nehmen, ist für Arbeitnehmer oft schwierig und von den meisten Arbeitgebern nicht gern gesehen.

1. Darf ich zu Hause bleiben?

Im Bürgerlichen Gesetzbuch heißt es unter §616 zur "Vorübergehenden Verhinderung", dass der Arbeitnehmer seinen Gehaltsanspruch nicht verliert, wenn er unverschuldet daran gehindert wird, zur Arbeit zu erscheinen. Dieses Gesetz bezieht sich allerdings auf Krankheitsfälle der Eltern oder Kinder. Eltern dürfen also nicht einfach zu Hause bleiben, wenn die Kita streikt. Dennoch liegt kein Kündigungsgrund vor, wenn sie es in Ermangelung anderer Unterbringungsmöglichkeiten tun, da die Aufsichtspflicht der Eltern vorgeht. Sie sollten Ihren Chef allerdings so früh wie möglich informieren und eine einvernehmliche Lösung finden.

2. Darf mein Kind mit zur Arbeit?

In manchen Firmen werden Eltern-Kind-Büros zur Verfügung gestellt, in denen es neben dem funktionstüchtigen Arbeitsplatz auch einen Spielbereich fürs Kind gibt. Ist das bei Ihnen nicht der Fall, sprechen Sie sich am besten mit Ihrem Chef ab und achten Sie darauf, dass sich die Kollegen nicht gestört fühlen. Meist lässt sich diese Lösung nur in Büros anwenden, denn mit Kind im Supermarkt an der Kasse zu sitzen oder hinter der Wursttheke zu stehen, ist eher nicht praktikabel. Auch fürs Kind nicht. Doch selbst fürs Büro müssen Sie sich gut vorbereiten: Spielzeug, Kuscheldecke, Malbuch und Buntstifte, Legos, MP3-Player mit Hörspiel, ein Tablet mit Spielen, ein Getränk, Obst und ein Brot verschaffen Ihnen gute Möglichkeiten, Ihr Kind zu beschäftigen und auch ihm einen schönen Tag zu bereiten. Zumindest halbwegs. Wenn es Ihnen möglich ist, sparen Sie den Vorbereitungsstress und arbeiten Sie einen Tag von zu Hause aus.

3. Und wenn beides nicht geht?

Die beste Lösung für Ihr Kind und wahrscheinlich auch für Ihre Nerven ist: Machen Sie Notfallpläne mit anderen betroffenen Eltern. Bilden Sie kleine Gruppen, in denen jeder einmal einspringen kann, mit den Kindern auf den Spielplatz geht, Mittagessen kocht und ein kleines Matratzenlager für den Mittagsschlaf baut. So kommen Sie selbst mal in den Genuss, als Erzieher tätig zu werden und erfahren, warum diese Berufsgruppe um Anerkennung kämpft. Für Ihr Kind ist dies wahrscheinlich die schönste Lösung, weil es den Tag in seinem gewohnten Freundeskreis verbringen kann.

4. Wie finde ich eine Notgruppe?

Wenn in Ihrem Fall keine dieser Möglichkeiten praktikabel ist, erkundigen Sie sich, ob es eine Notbetreuung gibt. Sie werden in manchen Städten angeboten, manchmal auch durch die Gemeinde organisiert oder vielleicht sogar durch Ihren Kindergarten. Falls damit Kosten verbunden sind, werden diese allerdings nicht erstattet.

5. Kann Oma einspringen?

Wenn vorher genügend Zeit zur Planung bleibt, können vielleicht Oma und/oder Opa einspringen. Manchmal sind sie aber von einem ganzen Betreuungstag überfordert, also versuchen Sie, Ihnen nicht die komplette Verantwortung zu überlassen. Erstrecht, wenn Ihr Kind sich gerade in einer anstrengenden Altersphase befindet.

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