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Rock-Streit: Mutter erkämpft für ihre Tochter das Recht, eine Hose zu tragen

Asha geht in die erste Klasse und findet Röcke zum Spielen total unpraktisch. Doch die Kleiderordnung an ihrer katholischen Grundschule sieht für Mädchen keine Alternative vor. Ashas Mutter beschloss, das zu ändern.

Mädchenbeine in Schuluniform

Im Rock spielen? Total unpraktisch! (Symbolfoto)

"Meine Tochter liebt ihre Schule und hat eine Menge Freunde dort", erzählt Simone Cariss in einem Interview mit "theage.com", "es geht hier nicht um die Qualität der Ausbildung, die sie erhält." Vielmehr geht es um eine Kleiderordnung, die aus einem anderen Jahrhundert zu kommen scheint. Die sechsjährige Asha geht in die erste Klasse einer katholischen Grundschule in Melbourne, deren Namen Cariss nicht nennen möchte. Ihr geht es in diesem Fall nicht um die Schule selbst, sondern um etwas Größeres: um Gleichberechtigung. 

Die für die Schuluniformen, die an Ashas Schule getragen werden, sieht für Mädchen keine Alternativen zu Wollrock und Strumpfhosen im Winter und Kleid und Kniestrümpfen im Sommer vor. Als Asha ihre Mutter gefragt hatte, warum sie nicht, wie die Jungs, Hosen tragen könne, gab Cariss die Frage an die Schulleitung weiter. Sie wollte ihr nicht mit "Weil du ein Mädchen bist" antworten. So hatte sie ihr Kind nicht erzogen, im Gegenteil. Benachteiligungen wegen des Geschlechts sind ihr grundsätzlich zuwider.

Die Schule beantwortete Ashas Frage damit, dass es nun mal nicht vorgesehen sei, dass Mädchen dort oder Shorts tragen. Die einzige Ausnahme sind die beiden Schultage, an denen Sportunterricht stattfindet. Dazu muss man wissen, dass die Kleiderordnung den Schulen individuell vorbehalten bleibt und es keine Norm gibt, die etwa für den Staat Victoria verbindlich ist.

Simone Cariss rief eine Petition ins Leben. 


Nur im Rock – eine vorsintflutliche Regel

"Kleider benachteiligen Mädchen wie meine Tochter, die Fußball spielen, rennen, klettern und mit dem Rad zur Schule fahren wollen", erklärt Cariss darin. "Ich kann nicht hinter einer Richtlinie stehen, die Mädchen nur im Sportunterricht ermuntert und fördert, aktiv zu sein. Was ist mit der übrigen Zeit?" 

Weil es an der Schule ihrer Tochter keinen Elternrat oder Schulausschuss gibt, bei dem Cariss ihr Anliegen vorbringen könnte, sie die Schule aber auch nicht wegen Diskriminierung verklagen will, hält sie die Petition für eine gute Möglichkeit, auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Mehr als 16.000 Menschen unterstützen sie bereits mit ihrer Unterschrift.

Bis das "Schuluniform-Prüfungskomitee" über die Kleiderordnung endgültig entschieden hat, darf Asha nun Hosen an ihrer Schule tragen.

bal
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