HOME

Schleswig-Holstein: Bildungsministerin will Unterricht auf Türkisch an Schulen in Kiel und Lübeck

Zweisprachigkeit ist ein Geschenk, sagt Karin Prien, und daher will sie die Voraussetzungen türkischsprachiger Kinder fördern. Zwei Pilotschulen starten "spätestens nach den Herbstferien" in Lübeck und Kiel. An Lehrern mangelt es allerdings noch.

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien

DPA

Schleswig-Holsteins Schulen sollen nach dem Willen von Bildungsministerin Karin Prien mittelfristig muttersprachlichen Unterricht anbieten. Wer seine Herkunftssprache nachhaltig erlerne, festige die eigene Sprachkompetenz und lerne schneller Deutsch, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Landtag. Zwei Pilotschulen in Kiel und Lübeck sollen spätestens nach den Herbstferien Unterricht auf Türkisch anbieten.

Für einen erfolgreichen Schulabschluss, den Einstieg in das Berufsleben und Integration blieben gute Deutschkenntnisse aber die Voraussetzung, sagte Prien. "Unsere Bildungssprache an den öffentlichen Schulen ist Deutsch." Im Zeitalter der Globalisierung sei Zweisprachigkeit ein Geschenk. Prien kündigte an, den genauen Bedarf für alle Sprachen an den Schulen zu ermitteln.

Kieler Uni soll ein Studiengang "Türkisch als Ergänzungsfach" bekommen

"Auf dieser Grundlage werden wir das Angebot an herkunftssprachlichem Unterricht sukzessive ausbauen", sagte Prien. Schwierig werde es, genügend Lehrer zu finden. "Aktuell gibt es an unseren allgemeinbildenden Schulen zum Beispiel keine einzige Lehrkraft mit der Fakultas Türkisch." Um diese Lehrbefähigung erlangen zu können, soll an der Kieler Uni ein Studiengang "Türkisch als Ergänzungsfach" eingerichtet werden. Er soll dem Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen entsprechen und auch landeskundliche Aspekte, Literatur, Kultur und Geschichte behandeln.

bal / DPA

Wissenscommunity