Für festen Halt
Sicher durch Eis und Schnee: So finden Sie die richtigen Steigeisen

Hiker in ice climbing crampons, low section, close-up
Steigeisen sollten Sie grundsätzlich nur an verwindungssteifen Berg- oder Skistiefeln montieren, damit sich die Geräte während der Nutzung nicht lösen.
© Martin Ruegner / Getty Images
Die einen erklimmen mit Steigeisen die höchsten Gipfel, andere verwenden sie zum Spazieren oder Wandern durch Schnee und Eis. Welche Modelle für welchen Einsatz taugen.

Über die Anschaffung von Steigeisen denken üblicherweise vor allem Alpinkletterer nach, die Gletscher oder Felsen in vereisten und verschneiten Regionen besteigen wollen. Wenn sich der Winter von der besonders frostigen Seite präsentiert, können einige Modelle aber auch im Alltag abseits des Bergsports für sicheren Halt bei Aktivitäten unter freiem Himmel sorgen. Wichtig ist es, abhängig vom geplanten Einsatzzweck, die richtigen Steigeisen auszuwählen.

Steigeisen, Spikes oder Grödel?

Geht es darum, auf flachem oder leicht unebenem Gelände über Schnee und Eis zu laufen, etwa beim Wandern, beim Schneeschippen, beim Trailrunning oder beim Rodeln, sind ausgewachsene Steigeisen eher unangebracht. Für solche Fälle bieten sich stattdessen Spikes an, die eine Art Vorstufe zum Steigeisen bilden. In der Regel handelt es sich dabei um flexible Konstrukte aus Kunststoff oder Metall, die Sie über Ihre Winterschuhe ziehen, wobei die Modelle aus Plastik meist die günstigste, aber instabilste Lösung darstellen.

Spikes aus Metall sind stabiler, erinnern an Schneeketten fürs Auto und funktionieren nach demselben Prinzip. Mithilfe kleiner Kettenglieder oder kurzen Metallzähnen sinken sie ein Stück weit in Eis oder festgetretenen Schnee ein und bieten so besseren Halt beim Gehen. Auf frischem Schnee oder bei stärkeren Steigungen hingegen bleiben sie weitgehend wirkungslos, da die Glieder und Zacken nicht tief genug greifen. Für den einfachen Alltagseinsatz sind sie jedoch die beste und langlebigste Lösung.

Grödel für höhere Ansprüche

Wer mit Spikes an Grenzen stößt, greift zum Halbsteigeisen, auch Grödel genannt. Diese Geräte werden ebenfalls über einen vorhandenen Schuh gezogen, der jedoch zwingend eine feste Sohle aufweisen muss. Im Gegensatz zu Spikes sind Grödel eine starre Konstruktion mit vier bis sechs Zacken, die bereits ein gutes Stück länger sind als Spikes. Diese Zacken sind im Gegensatz zum klassischen Steigeisen ausschließlich vertikal gen Boden gerichtet, weshalb Grödel nicht zum Klettern taugen, wohl aber für das Gehen auf leichten Steigungen. Einige Modelle lassen sich durch Stellschrauben an Schuhgröße und -breite anpassen.

Grödel sind deutlich leichter als Steigeisen und lassen sich daher einfacher und auch platzsparender transportieren. Dafür ist ihr Einsatzgebiet auf eher zugängliches Gelände beschränkt. Wer sich vertikal auf eisigen Flächen vorwärts bewegen will, kommt an vollwertigen Steigeisen nicht vorbei. Doch auch hier gilt es, die richtige Wahl vom Einsatzzweck abhängig zu machen.

Steigeisen für einfache Hochtouren

Steigeisen sollten Sie grundsätzlich nur an verwindungssteifen Berg- oder Skistiefeln montieren, damit sich die Geräte während der Nutzung nicht lösen. Sie erkennen Steigeisen an der Zahl der Zähne, die je nach Einsatzgebiet unterschiedlich lang sein können. Standardmäßig sind pro Steigeisen zehn bis zwölf Zacken vorhanden, die auf der Front senkrecht nach vorne stehen, um den Aufstieg an Felsen und Eisflächen zu ermöglichen. Je länger die Zähne, desto besser der Halt auf Schnee. Für leichte Hoch- und Gletschertouren, bei denen der Tragekomfort nicht zu kurz kommen soll, bieten sich Modelle aus Aluminium mit Körbchen und Riemenbindung an.

Diese Steigeisen sind aufgrund ihres Materials vergleichsweise leicht und lassen sich durch das Befestigungssystem an jedem Bergstiefel montieren. Nachteil des Aluminiums: Die Steigeisen sind anfälliger für Schäden. Wenn es ans Eingemachte geht und regelmäßiger Felskontakt auf dem Programm steht, etwa bei anspruchsvollen Hochtouren oder beim Mixed- und Eisklettern, sollte die Wahl auf Steigeisen aus Stahl fallen.

Steigeisen aus Stahl für den harten Einsatz

Diese Modelle sind den härtesten Anforderungen gewachsen und in der Regel mit einer speziellen Kipphebelbindung ausgestattet. Die sitzt so fest am Stiefel, dass eine ungewollte Lösung weitgehend ausgeschlossen ist. Allerdings erfordert sie spezielles Schuhwerk und lässt sich nur an Bergstiefeln der höchsten Kategorie D oder Skistiefeln befestigen. Bei den Bindungssystemen gibt es weitere Feinheiten, wie vollautomatische und halbautomatische Befestigungen oder Kombinationslösungen. Hier sollten sie die Kaufentscheidung sowohl von den persönlichen Vorlieben als auch vom vorhandenen Schuhwerk abhängig machen.

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