Italien Herz falsch transportiert – Drama bei Transplantation

Das Herz eines Verstorbenen, kurz nachdem es für eine Herztransplantation entnommen wurde
Das Herz eines Verstorbenen, kurz nachdem es für eine Herztransplantation entnommen wurde (Archivbild)
© Bernd Wüstneck / DPA
Einem Zweijährigen soll mit einer Herztransplantation geholfen werden. Alles ist für die OP bereit – bis man feststellt, dass ein riesiger Fehler gemacht wurde.

Wegen eines tragischen Fehlers ist in Italien die Transplantation eines Spenderherzens für einen zweijährigen Jungen gescheitert. Für das Kind aus Neapel, das wegen eines schweren Herzfehlers bereits von klein auf in Behandlung ist, war endlich ein Ersatzorgan gefunden worden: das Herz eines anderen kleinen Jungen, der in Südtirol ertrunken war. Beim Transport wurde es jedoch nicht wie üblich in herkömmliches Eis gepackt, sondern in viel kälteres Trockeneis. Dadurch wurde das Spenderherz irreparabel beschädigt.

Das Herz stammte von einem Vierjährigen, der in einem Schwimmbad ums Leben gekommen war. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa war im Krankenhaus in Neapel alles für die Transplantation bereit. Beim Öffnen der Kühlbox entdeckten die Ärzte jedoch, dass das Herz für den mehr als 800 Kilometer weiten Transport in Trockeneis gepackt worden war: mehr als minus 78 Grad kaltes Kohlenstoffdioxid. Dadurch sei das Spenderherz "buchstäblich erfroren".

Herztransplantation gescheitert

Normalerweise befindet sich das Herz bei solchen Transporten zum Beispiel in einem Beutel mit steriler Konservierungslösung. Diese wird von außen durch herkömmliches Eis – meistens Eiswürfel oder Crushed Ice – gekühlt. Ziel ist es, das Herz auf eine Temperatur zwischen vier und acht Grad abzukühlen, um den Stoffwechsel zu verlangsamen. 

Die Eltern des kleinen Jungen seien nach der gescheiterten Transplantation verzweifelt, hieß es. Das Kind liegt nun nach wie vor im Krankenhaus und muss auf ein neues Ersatzorgan warten.

Die Staatsanwaltschaften in Neapel und Bozen – wo das Herz entnommen wurde – leiteten Ermittlungen ein, wie es zu dem Fehler kommen konnte. Zudem läuft eine interne Untersuchung. Das Krankenhaus in Bozen verwies darauf, dass es nur für die Entnahme des Spenderherzens zuständig gewesen sei. Für die "adäquate Konservierung" sei Neapel verantwortlich gewesen.

DPA
km

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