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Angst vor Schwulen: Sieben Antworten für den Vater, der seine Töchter schützen möchte

In der Anzeigenzeitung des "Westfalen-Blatts" hat ein Vater Rat gesucht: Er möchte nicht, dass seine Töchter zur Hochzeit seines schwulen Bruders gehen. Wir haben ein paar passende Antworten gefunden.

Von Susanne Baller

Die Hochzeit des schwulen Bruder ist nichts für seine Töchter, findet der 43-jährige Bernhard

Die Hochzeit des schwulen Bruder ist nichts für seine Töchter, findet der 43-jährige Bernhard

Mit dem Abdruck von "Guter Rat am Sonntag" hat das Anzeigenblatt "OWL am Sonntag" (das zum Bielefelder "Westfalen-Blatt" gehört) einen Shitstorm ausgelöst. In der Kolumne hat ein 43-jähriger Vater um Rat gefragt, wie er seinem schwulen Bruder erklären kann, warum seine Töchter nicht zu dessen Hochzeit kommen werden und deshalb auch nicht als Blumenmädchen zur Verfügung stehen. Die beiden sind sechs und acht Jahre alt und Vater Bernhard stellt sich vor, dass er die Mädchen über die sexuelle Orientierung des Paares aufklären muss, weil sein Bruder nun heiratet. Er erwähnt ebenfalls, dass sein Bruder und dessen Freund wunderbare Menschen sind und die Kinder die beiden sehr mögen.

Beantwortet wurde seine Frage von Barbara Eggert mit dem Rat, dem Bruder abzusagen mit der Begründung, dass er und seine Frau nicht möchten, dass die Kinder verwirrt werden. Auf diese unfassbar unaufgeklärte Antwort gab es in den sozialen Medien so viele Reaktionen, dass sich der Redaktionsleiter des "Westfalen-Blatts" am Dienstag zu einer Stellungnahme genötigt sah, die allerdings einen erneuten Shitstorm auslöste.

Hier sind die Antworten, die der Vater hätte bekommen sollen:

Lieber Bernhard,

1. Sie müssen Ihre Töchter nicht über "sexuelle Orientierung" aufklären, weil Ihr Bruder den Menschen heiratet, den er liebt. Bei heterosexuellen Hochzeiten bringen Sie das Thema Sex ja wahrscheinlich auch nicht auf.
2. Sie sollten dankbar dafür sein, dass Ihr Bruder einen Partner gefunden hat, den er so sehr liebt, dass er ihn heiraten möchte.
3. Seine Hochzeit ist für Ihren Bruder eine lebenswichtige Entscheidung. Es gibt keinen einzigen Grund, Ihre Töchter von dem Familienfest fernzuhalten.
4. Gefährden Sie nicht den Kontakt zu Ihrem Bruder und seinem Lebenspartner durch Ihre hinterwäldlerische Einstellung.
5. Freuen Sie sich, dass Ihre Töchter eine Beziehung zu einem weltoffeneren Familienmitglied haben.
6. Vermutlich leben Sie in einer ostwestfälischen Kleinstadt, doch das rechtfertigt im Jahr 2015 nicht Ihre homophobe Haltung.
7. Suchen Sie sich Hilfe bei einer klügeren Therapeutin.

Die Ratgeber-Kolumne der freien Autorin Barbara Eggert hatte dem Westfalen-Blatt Kritik eingebracht

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