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USA: Zehnjährige ohne Hände gewinnt nationalen Schönschrift-Wettbewerb

Hierzulande hat man gelegentlich den Eindruck, dass eine lesbare Handschrift nicht mehr so wichtig ist. In den USA jedoch wird alljährlich noch ein landesweiter Preis für Schönschrift verliehen, den dieses Jahr ein Mädchen ohne Hände gewann.

Sara Hinesley ist zehn Jahre alt und geht in die dritte Klasse einer katholischen Grundschule in Frederick, Maryland. Obwohl das Mädchen ohne Hände zur Welt kam, hat sie nun für ihre Schule einen Preis gewonnen – ausgerechnet für Schönschrift. Jeder teilnehmende Schüler muss denselben Satz zu Papier bringen: "The quick brown fox jumps over the lazy dog" enthält jeden Buchstaben des US-Alphabets. Die Jury beurteilt die Schrift nach vier Kriterien: Form, Größe, Abstand und Neigung. In dem landesweiten Wettbewerb wird ein Sonderpreis für Kinder mit besonderen Bedürfnissen ausgelobt, der Nicholas Maxim Award, und den hat Sara mit ihrer Schreibschrift geholt.

We are so proud of you Sara! #sjrcsproud #riseabove Archdiocese of Baltimore Catholic Schools

Gepostet von St. John Regional Catholic School am Dienstag, 16. April 2019

Das Mädchen findet gar nichts Besonderes daran, dass es gewonnen hat, berichtet die "Washington Post". Sara malt, zeichnet und töpfert jeden Tag. Sie schreibt in Englisch und ein wenig Mandarin. Als in diesem Schuljahr Schreibschrift hinzukam, fand sie das "irgendwie einfach". "Ich habe dieses kleine Mädchen nie 'Ich kann das nicht' sagen hören", sagte ihre Lehrerin Cheryl Churilla der "Post". Sie ist ein kleiner Rock-Star. Sie bewältigt absolut alles, was auf sie zukommt, und gibt dabei ihr Bestes."

"Sie hat dieses Unabhängigkeitsbestreben"

Sara hat nie eine Prothese getragen. Wenn ihr Hilfe oder ein Werkzeug angeboten werden, die zum Beispiel das Ausschneiden von Papier mit einer Schere erleichtern könnten, lehnt sie ab, erzählte ihre Mutter der "Post". "Sie hat dieses Unabhängigkeitsbestreben, sie weiß, dass sie es schaffen und selbst herausfinden wird, wie. Sie ist wunderschön und stark, genau so, wie sie ist, und so lebt sie auch. Wirklich."

Um schreiben zu können, klemmt Sara den Stift zwischen ihre Arme. Sie konzentriert sich auf die Form des Buchstabens, jeden Punkt und jede Kurve. Schreibschrift sei wie das Zeichnen eines Kunstwerks, sagt sie. "Ich mag es, wie die Buchstaben geformt sind." Sara kam im Juli 2015 von China in die USA, um bei ihrer Familie zu sein. Als sie ankam, sprach und schrieb sie Mandarin. Mit der Hilfe ihrer Schwester Veronica lernte sie schnell Englisch.

Die Direktorin ihrer Schule, Kathy Smith, ist stolz auf Sara, sie ist dort die erste Schülerin, die diesen Preis gewonnen hat, von dem auch die Schule mit 500 Dollar Preisgeld profitiert. "Ich bin so aufgeregt und stolz", sagt Smith.

Quellen: "The Washington Post", Facebook

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