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MÜNCHEN: Eine Arche für Rind und Schwein

Die tiermedizinische Fakultät der LMU hat in Oberschleißheim mit dem Bau einer modernen Klinik für Klauentiere begonnen

Die tiermedizinische Fakultät der LMU hat in Oberschleißheim mit dem Bau einer modernen Klinik für Klauentiere begonnen

Das 30 Millionen Mark teure Projekt markiert den Beginn einer groß angelegten räumlichen Umstrukturierung der Fakultät. In Oberschleißheim steht bereits die Geflügelklinik und das Lehr- und Versuchsgut. In den nächsten Jahren sollen noch weitere Bereiche, unter anderem die Pferdeklinik, nach Oberschleißheim ausgelagert werden. Langfristig entsteht dort der »Campus 2« der Tiermediziner, der auch den Studenten eine wesentlich bessere Ausbildung ermöglichen soll.

Der lange Weg zur Diagnose

Bisher lagen die einzelnen Institute der Tiermediziner über ganz München verstreut: die meisten Gebäude der Fakultät befinden sich mitten in Schwabing, zwischen Königin- und Veterinärstraße, die Chirurgische Abteilung für Klauentiere befand sich am Oberwiesenfeld, während die Innere Medizin in Oberschleißheim angesiedelt war. Die Patienten mussten deshalb oft einen langen Transportweg über sich ergehen lassen, bis endlich eine Diagnose gestellt werden konnte. Aber auch die angehenden Tierärzte hatten unter der Situation zu leiden, so manches Krankheitsbild konnten sie nicht am lebenden Objekt betrachten. Denn nicht jedes kranke Tier kann man für eine Vorlesung durch die halbe Stadt karren.

Ein »E« für 3.200 Patienten

Die neue Klinik für Klauentiere soll Platz für die stationäre Behandlung von 2.600 Rindern und 600 Schweinen pro Jahr bieten. Das Gebäude kann man sich als umgekehrtes »E« vorstellen, bei dem vom Haupttrakt mit Labors und Behandlungsräumen drei Stalltrakte abzweigen. Für Studenten der Tiermedizin wird sich die Ausbildung am Nutztier dadurch erheblich verbessern: »Die räumliche Trennung der Institute ist aufgehoben, in Oberschleißheim können wir Untersuchungen und Operationen einer großen Zahl von Studenten demonstrieren«, freut sich Professor Manfred Stangassinger, Dekan der tierärztlichen Fakultät. Der »Campus 2« soll sich zu einem Kompetenzzentrum für Nutztiere, ihre Haltung und tierische Produkte entwickeln. Für das nächste Jahr planen die Tiermediziner ein tierärztliches Gesundheitszentrum, das sich vor allem mit der Erforschung und Kontrolle tierischer Lebensmittel befasst. »In Zukunft werden wir unsere Studenten auch im Bereich der Lebensmittelkontrolle sehr viel besser ausbilden können«, so Professor Stangassinger. (nm)

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