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MÜNSTER: Neues Fernsehformat an deutschen Unis

Auch die Uni Münster wird bald rund um die Uhr mit »Akonga TV« versorgt

Auch die Uni Münster wird bald rund um die Uhr mit »Akonga TV« versorgt

Hausfrauen erreicht man mit Talkshows, das junge Publikum mit MTV und Studenten künftig mit Akonga TV. So stellt sich das zumindest die Düsseldorfer Produktionsfirma vor, die zur Zeit einen Großangriff auf die Cafés und Mensen der deutschen Studentenschaft plant.

Das Wort »Akonga« stammt aus der Sprache der Maori und bedeutet, wie sollte es anders sein, Student. Über Videoterminals soll das Programm für Abwechslung zum bisherigen Programm sorgen. »Wir haben was Anspruchsvolleres gesucht, und da kam uns das Angebot von Akonga gerade recht«, erzählt Gisbert Schmitz vom Studentenwerk Münster.

Anspruchsvoll bedeutet in diesem Fall, dass das Programm direkt auf die Interessen der Studenten zugeschnitten sein soll: 60 Prozent Musik, dazu zu gleichen Teilen Unterhaltung und Informationen.

Das Musikprogramm wird in enger Zusammenarbeit mit der Zeitschrift »Intro« zusammengestellt. Entgegen dem Musik-Content herkömmlicher Formate soll verstärkt das Independent-Programm berücksichtigt werden. Dem Nachwuchs und Untergrund eine Chance - dieses Motto soll auch im Bereich der Unterhaltung realisiert werden. Kurzfilme stehen hier an erster Stelle. »Der Kurzfilm ist in unserer Unterhaltungsindustrie zu einem Stiefkind verkommen«, beklagt Peter Glaremin, zusammen mit seinem Partner Christian Darius der Kopf hinter dem Projekt Akonga TV.

Akonga TV an allen Hochschulen

Man wolle eine Plattform für junge Journalisten und innovative Kräfte bieten, betont er. Und da sei das Konzept des »out of home«-Fernsehens genau richtig. Die Streuverluste seien niedrig, man erreiche am »point of interest« genau die angepeilte Zielgruppe.

Vermutlich werden noch rund 277.000 Studenten in diesem Jahr an zehn Universitäten in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Berlin in den Genuss des Videoprogramms kommen. Für das nächste Jahr ist geplant, Akonga TV an allen deutschen Hochschulen auszustrahlen.

Das werbefinanzierte Gesamtprogramm von einer Stunde pro Tag wird in Rotation gesendet. Jeden Werktag kommt eine Stunde hinzu, fünf Stunden pro Monat werden produziert. In den folgenden Wochen des Monats werden die Schleifen in anderer Reihenfolge wiederholt.

Dass man mit diesem Rhythmus keine Tagesaktualität erzielen kann, ist auch Glaremin klar. »Das streben wir aber gar nicht an«, betont er. Vielmehr wolle man den Studenten neben der Unterhaltung spezielle Informationen zum Arbeitsmarkt, zu Reisen, Sport und kulturellen Bereichen bieten.

Zur Zeit laufen in Münster die letzten Verhandlungen zwischen dem Studentenwerk und der Produktionsfirma. Zwar habe man sich seit der ersten Projektskizze vor einem halben Jahr in wesentlichen Punkten geeinigt, komplett ausgearbeitet sei die Idee aber noch nicht, heißt es von Seiten des Studentenwerks. (mk)

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