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Schule, Studium, Ausbildung: Welchen Unterhaltsanspruch ein volljähriges Kind hat

Kinder haben auch nach dem 18. Geburtstag Anspruch auf Unterhalt beider Elternteile, sofern sie noch zur Schule gehen. Auch die Erstausbildung wie Lehre und Studium müssen Mama und Papa mitfinanzieren - sie müssen aber nicht jede Narretei akzeptieren.

Von Joachim Mohr

Manche Kinder verlassen die Schule erst mit 19 oder 20 Jahren, einige sogar noch später. Das volljährige Schulkind hat Anspruch auf Unterhaltszahlungen beider Elternteile. Dieser besteht auch dann, wenn das Kind bei einem Elternteil weiter wohnen könnte, jedoch ein eigenes Heim fernab von lästigen Mitbewohnern namens Papa oder Mama bezieht. In der Praxis kommt es nicht selten vor, dass das Kind bis zum Abitur bei einem alleinerziehenden Elternteil wohnt, so dass es in einem unausgesprochenen Vertrag Unterhalt von der alleinerziehenden Mutter in Form von Kost und Logis bezieht und zusätzlich die Unterhaltszahlungen des anderen Elternteils erhält.

Eltern finanzieren das Studium

Generell gilt: Eltern sind die Zahlmeister ihrer Kinder während einer Erstausbildung, die der Begabung entspricht. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung endet der Anspruch keineswegs mit dem 25. Lebensjahr. Eltern müssen aber nicht jede Narretei akzeptieren. Für ein Studium bei einem selbsternannten Meister in der Vorhersage von Weltuntergängen muss kein Elternteil einen Cent aufbringen, auch wenn das Kind felsenfest überzeugt ist, hier seine größte Begabung gefunden zu haben. Nicht nur während des Studiums, sondern auch während der Semesterferien und vorgeschriebener Berufspraktika hat das Kind Anspruch auf Unterhalt. Die Eltern müssen jedoch nicht ein Bummelstudium bis zum St.-Nimmerleinstag finanzieren. Vielmehr erlischt der Unterhaltsanspruch nach Ablauf der Regelstudienzeit sowie einer "gewissen Zeit nach der Abschlussprüfung", die der Suche nach einem Arbeitsplatz dient.

Studienabbruch - Verlust des Unterhaltsanspruchs?

Wie so oft im Leben kommt es auch beim Studienabbruch ganz auf den Einzelfall an. Wer ein schwieriges Studium nach einem oder zwei Semestern abbricht und sogleich ein anderes Studium aufnimmt, wird keine Schwierigkeiten mit seinen Eltern bekommen. Anders stellt sich dies dar, wenn die Regelstudienzeit überschritten ist, und der ewige Student sodann vor den Abschlussprüfungen kapituliert. In diesem Fall wäre es den Eltern nicht zuzumuten, dass sie - während eines weiteren Studiums - für den Unterhalt aufkommen. Faustregel: Wird das Studium nach mehr als drei Semestern oder nach der Zwischenprüfung abgebrochen, müssen die Eltern keine weitere "Erstausbildung" mehr finanzieren.

Ausbildung mit Vergütung

Während einer praktischen Berufsausbildung, zum Beispiel einer Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, erhalten junge Frauen und Männer eine Vergütung, die sich mit den Lehrjahren steigert, zum Beispiel von 150 auf 300 und zuletzt auf 600 Euro. In diesem Fall verringert sich der Anspruch auf Unterhalt gegenüber den Eltern schrittweise mit der Erhöhung der Ausbildungsvergütung. Der alleinerziehende Elternteil, bei dem ein Kind während der Ausbildung wohnt, zahlt in der Regel nichts an das Kind, sondern leistet Unterhalt in der Form von Kost und Logis. Auf den Unterhaltsbedarf ist zudem das volle Kindergeld anzurechnen, das an das Kind auszuzahlen ist.

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