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"Spielfeld Europa": Die Ästhetik der letzten Liga

Für sein Fotoprojekt "Spielfeld Europa" hat Hans van der Meer ganz Europa bereist: Zehn Jahre lang hat der niederländische Fotograf die sonntäglichen Fußballduelle in Vorstadt- und Dorfclubs mit seiner Kamera begleitet.

Von Sabina Riester

Ein Land im fußballrunden Ausnahmezustand. In Schaufenstern, auf Postkarten und in den Flimmerkästen dominiert die Farbe rasengrün. Strahlende Fußballtheoretiker und -praktiker ziehen durch die Talk-Shows. Besorgt fragt man sich, ob ihnen zwischen den Presseterminen noch genügend Zeit für ihren Ballsport bleibt. Um dann, wenn es wirklich zählt, glänzen zu können. In Kürze nämlich wird die Fußballspirale ihren Höhepunkt erreichen.

Bei all dem Rummel um die hoch bezahlten Weltstars lohnt es sich vielleicht gerade jetzt, den Blick für einige Zeit auf die tapferen Kämpfer am Ende der Amateurliga zu richten. Für sein Projekt "Spielfeld Europa" hat der niederländische Fotograf Hans van der Meer zehn Jahre lang die sonntäglichen Fußballduelle in Vorstadt- und Dorfclubs mit seiner Kamera begleitet.

Dabei richtete er seine mächtigen Teleobjektive nicht, wie in der Sportfotografie heute üblich, auf die Gesichter der Spieler, sondern nahm distanziert das ganze Spielgeschehen inklusive der angrenzenden Landschaften in den Fokus. Diese Landschaft ist deutlich sichtbar, da es sich bei den von Van der Meer ausgewählten Spielorten um schlichte Fußballplätze und nicht um gesponserte Arenen handelt. Bei letzteren versperren zahllose Werbetafeln, Überdachungen und ähnliche Absperrungen den Blick auf die natürliche Umgebung.

Seine Fotografien sind unparteiisch. Bewusst achtet er auf neutrales Licht, eine übersichtliche Position und einen dementsprechenden Kamerawinkel. Erschienen sind diese breitformatigen Bilder, die man ohne Übertreibung auch als eine "Demokratie des Fußballs" bezeichnen könnte, im Steidl-Verlag.

Zehn Freunde, elf Feinde

So weit wie der fotografische Stil von Hans van der Meer von den typischen Stilmerkmalen der aktuellen Sportfotografie entfernt ist, so fern sind die Spieler auf seinen Bildern der Fußballweltrangliste. Was nicht bedeuten soll, dass die Balljongleure in den Amateurligen mit weniger Innbrunst um den Sieg kämpfen würden. Im Gegenteil: Für 90 Minuten an einem sonst nicht weiter erwähnenswerten Sonntagnachmittag besteht ihre Welt nur aus einem Rasen oder einem Sandplatz, zwei Toren, zehn Freunden und elf Feinden. Und um in dieser Welt erfolgreich bestehen zu können, kämpfen sie mit der ganzen Kraft ihrer Lungen und ihrem Herzen. Dabei ist es ein weit verbreitetes Phänomen, sich auch auf dem abgelegensten Spielfeld noch wie in einem mächtigen Stadion zu fühlen.

Im Vorwort seines Bildbandes "Spielfeld Europa" beschreibt van der Meer die Diskrepanz zwischen Vorstellung und Realität auf und um den grünen Rasen der Dorfvereine: "In den Herzen und Köpfen mancher Amateurspieler sind die Stadien aber ganz und gar nicht weit entfernt. Selbst in den entlegensten Dörfern Europas stellen sich die Amateurmannschaften am Mittelkreis auf. Dann winken sie in Richtung einer vollbesetzten Tribüne. In Wirklichkeit sind sie Automechaniker, Lehrer, Landwirt, Installateur, Verkäufer, Bankangestellter, Systemadministrator, Student, Steuerbeamter, Glaser oder Bäcker, und sie winken gerade mal zwei Männern und einem Hund zu."

Hans van der Meer kennt sich aus in der Welt des Fußballs. "Spielfeld Europa" ist nicht das erste fotografische Projekt, in dem er mit seiner Kamera versucht neben dem sichtbaren Spielgeschehen etwas von der Philosophie und Poesie dieses Ballsports in Bildern zu bewahren.

Und nicht rein zufällig ist Hans van der Meer aus den Niederlanden, also aus der Nation, mit wahrscheinlich den meisten Vereinsspielern der Welt. Die Erklärung, warum die Niederlande so gute Spieler vorweisen können, lieferte Franz Beckenbauer. Nachdem dieser mit dem Hubschrauber über das Land geflogen war, wurde ihm bewusst, dass es hauptsächlich aus Fußballplätzen besteht.

Fußballplätze in ganz Europa

In seinem neuen Projekt blickt der Fotograf Van der Meer weit über die Fußballgrenzen der Niederlande hinaus auf die kleinen entlegenen Fußballplätze in ganz Europa. Die Aufnahmen in seinem Buch zeigen beispielsweise ein Spiel auf einem Sandplatz im französischen Marseille, der Blick geht über den Spielfeldrand hinaus auf das offene Meer, wo malerisch Segelboote schaukeln. Bei einer anderen Fotografie, aufgenommen in Perafita, Portugal, starren 20 Spieler gebannt in Richtung Tor. Das Tor und das Aufmerksamkeit heischende Ereignis selbst sind nicht im Bild zu sehen, dafür ragt im Hintergrund eine science-fictionhafte Landschaft mit Industrieschornsteinen, hohen Gräsern und Bäumen in den Himmel hinein. Weitere Bilder zeigen Komödien und Dramen des Fußballalltags in Mytholmroyd (England), Sonád (Ungarn), Elverlese (Belgien) und Marxloh (Deutschland), um nur einige der Schauplätze zu nennen.

Hans van der Meers Fußballbilder sind mehr als reine Aufnahmen des Sportgeschehens, sie sind Landschaftsbetrachtungen eines ganzen Kontinents. Und sie sind Bilder von der Bühne des Lebens mit einem beeindruckenden natürlichen Bühnenbild im Hintergrund. Die Fotografien bieten einen lebendigen Überblick über das Spielgeschehen und auch nach mehrmaligem Betrachten ermöglichen die fotografierten Fußballszenarien überraschende Einblicke.

Wichtiger als Leben und Tod

Mit welchem Spielstand die kleinen von Van der Meer festgehaltenen Schauspiele des Alltags geendet haben, ist am Ende des Buches zusammengefasst. Mit dem auffallendsten Ergebnis endete das Spiel zwischen dem Club Atletico Ciudad Jardin und Borge C.D. in Spanien. Der Verein Borge C.D. unterlag mit 1:10. Ein unerfreulicher Sonntag für die Spieler von Borge, für die das Spiel mehr als nur ein Spiel ist. Und dass diese Einstellung für einen echten Fußballbegeisterten Grundvoraussetzung sein sollte, fasst Bill Shankly, Manager des FC Liverpool, in folgende Worte: "Manche Leute halten Fußball für eine Sache von Leben und Tod. Ich bin von dieser Einstellung sehr enttäuscht. Ich kann Ihnen versichern, es ist sehr viel wichtiger als das!" Und diese Regel gilt unabhängig davon, ob das Spiel um "Leben und Tod" in Turin, Amsterdam, Mailand oder Frauenhagen, Gouda und Hindeloopen stattfindet.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(