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Mettigel und Fliegenpilze: Das haben wir in den 50er Jahren gegessen

Als in den 1950er Jahren die sogenannte "Fresswelle" über das Land schwappte, waren Mayonnaise und Buttercreme aus deutschen Küchen nicht mehr wegzudenken. Aber auch exotische Früchte in Konservendosen waren heiß begehrt.

Und hier ist sie schon voll im Einsatz: die Mayonnaise. Für die Fliegenpilze werden hartgekochte Eier unten gerade angeschnitten. Eine Tomate halbiert, innen ausgehöhlt und auf das Ei gesetzt. Mit Mayonnaise setzt man kleine Tupfen auf die Tomate. 

Und hier ist sie schon voll im Einsatz: die Mayonnaise. Für die Fliegenpilze werden hartgekochte Eier unten gerade angeschnitten. Eine Tomate halbiert, innen ausgehöhlt und auf das Ei gesetzt. Mit Mayonnaise setzt man kleine Tupfen auf die Tomate. 

In den 50er Jahren fing alles mit Mayonnaise und Ananas aus der Dose an: Die Deutschen hatten wieder Spaß am Essen und in der Küche. Ludwig Erhard proklamierte als Wirtschaftsminister den "Wohlstand für alle", denn das Hungern und Hamstern gehörte nach dem Krieg der Vergangenheit an: Vorbei war es mit Steckrüben und Rindenbrot.

Die Hausfrau fand ihre Leidenschaft in Butter für die Buttercremetorte. Schon mittags kam der Schweinebraten auf den Tisch. Zu Geburtstagen gab es Würstchen mit Kartoffelsalat oder "falschen Hasen", einen Hackbraten. Zum Nachtisch wurde häufig der beliebte Kuchen "kalter Hund" serviert, dieser wird aus Keksen, Fett und Kakaopulver geschichtet und mit einer Schokoglasur überzogen.

Auch die Getränke kamen nicht zu kurz: Erdbeerbowle, lieblicher Wein und zum Abschluss Weinbrand oder Eierlikör.

Exotik aus Konserven und Rezepte aus Italien

Die ersten Italien-Reisenden brachten neue Rezepte mit nach Hause und lernten, wie man Spaghetti mit Gabel und Löffel isst. Für die meisten kam die Exotik aber in Form von Konservendosen auf den Küchentisch: Ananas und Mandarinen. Als überaus raffiniert galt übrigens die Verzierung mit Mayonnaise oder Cocktailkirschen.

Der Höhepunkt der 50er Jahre war jedoch die Geburt des ersten deutschen Fernsehkochs: Clemens Wilmenrod, der eigentlich Schauspieler war. Er wurde vor allem für seine schlichte Küche verehrt. Und er gilt auch als Erfinder des Toast Hawaii, eine Scheibe Toastbrot, belegt mit Schinken und einem Stück Dosenananas. Danach wird der Toast mit Schmelzkäse überbacken und mit einer Cocktailkirsche garniert. Wilmenrod prägte die deutsche Küche maßgeblich und begeisterte die Nachkriegsgeneration mit seinen Beiträgen. Mit damals ausgefallenen Zutaten wie Ketchup oder Roquefort beflügelte er die Kreativität und Fantasie der Menschen zu Hause.

dsw
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