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Debatte um Jamie Olivers Erziehungsmethoden: So scharf ist die Chilisorte Scotch Bonnet wirklich

Als Jamie Olivers Tochter ungezogen war, bestrafte der Starkoch sie mit einem Apfel, den er mit einer Chili eingerieben hatte. Er nahm die Sorte Scotch Bonnet. Wie scharf ist diese Chili eigentlich?

Von Denise Wachter

Bis zu 350.000 Scoville ist die Scotch Bonnet scharf. Jamie Oliver greift zu einer ungewöhnlichen Methode und bestraft seine Tochter Poppy mit einem Apfel, den er mit einer der schärfsten Chilis der Welt eingerieben hat.

Bis zu 350.000 Scoville ist die Scotch Bonnet scharf. Jamie Oliver greift zu einer ungewöhnlichen Methode und bestraft seine Tochter Poppy mit einem Apfel, den er mit einer der schärfsten Chilis der Welt eingerieben hat.

Starkoch Jamie Oliver greift zu ungewöhnlichen Methoden, um seine Kinder zu bestrafen. Zwar schlägt er sie nicht, dennoch verursacht er ihnen köperlichen Schmerz. Als seine Tochter Poppy ungezogen war, rächte er sich heimtückisch: Er rieb ihren Apfel mit Chili ein. Und zwar nicht mit einer gewöhnlichen Peperoni, die nur einen leicht scharfen Abgang hat, sondern mit einer Scotch Bonnet, die zu den schärfsten Chilisorten der Welt gehört. Auf der Scoville-Skala erreicht die Scotch Bonnet einen Wert von 150.000 bis 300.000 Einheiten. Zum Vergleich: Eine Peperoni bringt es nur auf 100 bis 500 Scoville. Man kann sich kaum vorstellen, wie scharf der eingeriebene Apfel der 12-jährigen Poppy gewesen sein muss - ein Schmerz, der manche Erwachsene in Ohnmacht fallen lassen würde.

Was sind Scoville-Einheiten? In Scoville-Einheiten wird der Schärfegrad von Früchten der Paprikapflanzen gemessen. Die scharfen Früchte enthalten Capsaicin, ein Alkaloid, welches Schmerzrezeptoren der Schleimhäute reizt und so die Schärfeempfindung auslöst. Gemüsepaprika beispielsweise hat 0 bis 10 Scoville, die bekannte amerikanische Tabascosauce liegt schon bei 2.500 bis 5.000 Scoville und Habañeroschoten haben zwischen 100.000 und 500.000 Scoville.

Wie scharf ist die Chilisorte Scotch Bonnet wirklich? Als mild wird eine Gemüsepaprika oder eine getrocknete Peperoncino eingestuft. Scharf ist zum Beispiel die beliebte Tabascosauce. Unter extrem scharf fallen schon mal die Habañeros-Chilischoten. Die Sorte Scotch Bonnet mit einem Scoville-Anteil bis zu 350.000 Einheiten wird als unmenschlich scharf definiert. Genau jene Chilisorte, die Jamie Oliver seiner Tochter Poppy als Strafe verabreicht hat.

Was kann passieren, wenn man zu scharf gegessen hat? Es geht nicht darum, dass jemandem die Tabascoflasche ausgerutscht ist. Die Scotch Bonnet ist eine der schärfsten Chilisorten der Welt. Das Capsaicin wirkt direkt auf Haut und Körper. Botenstoffe melden dem Gehirn Schmerzsignale. Es kommt zu einem Schweißausbruch, der Körper reagiert wie auf eine Verbrennung. Adrenalin und Endorphin werden ausgeschüttet. Schärfe ist demnach kein Geschmack, sondern ein Schmerzreiz. Zu viel Schärfe kann zu vielen Nebenwirkungen führen: Bauchschmerzen, Schwächegefühl, Schwindel, Durchfall oder Übelkeit. Im schlimmsten Fall kann die Schärfe Kreislaufbeschwerden mit Schock auslösen.

Ob Jamie Olivers Tochter Poppy oben genannte Beschwerden hatte, ist nicht bekannt. Dennoch kann eine Strafe wie diese zu Nebenwirkungen führen, die nicht unbedenklich sind. Insofern kann man durchaus von Körperverletzung sprechen.

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