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Ärger um Taste Nirvana Kokoswasser: Pures Kokoswasser? Von wegen. So wird das Trendgetränk gepanscht

Es steht zwar 100 Prozent Kokosnusswasser drauf. Drin ist aber nur ein Bruchteil. Wie ein Hersteller den Verbraucher in die Irre führt - und womit das Trendgetränk gestreckt ist.

Kokosnusswasser

100 Prozent Kokoswasser? Mitnichten.

Getty Images

Sie alle seien darauf reingefallen, auf das frische, pure Kokosnusswasser von den thailändischen Stränden: dm, Tegut, Budnikowsky, Dennree und einige Edeka-Unternehmer. Sie bestellten Flaschen von Taste Nirvana, die vom deutschen Unternehmen Farmkind vertrieben wurden. Farmkind-Chef Christian Hoffmann überzeugte die Händler davon, dass es sich um reines Kokoswasser handelte. Das berichtet die Lebensmittelzeitung jüngst in einem Bericht. Blöd nur, dass dem gar nicht so war.

Kokoswasser zählt zu dem Trendgetränk der letzten Jahre. Sportler und auch Stars schwören auf das Wunderwasser. Kokoswasser gilt als kalorienarm und isotonisch - und soll sogar den Blutdruck senken. Dabei sollte man Kokoswasser nicht mit Kokosmilch verwechseln. Das Wasser stammt aus den unreifen, grünen Kokosnüssen, die Milch aus dem Fruchtfleisch von reifen, braunen Kokosnüssen. Das Wasser ist leicht trüb und farblos und hat deutlich weniger Kalorien und Fett als Kokosmilch.

Farmkind gehört zu den größeren deutschen Distributoren von Kokoswasser. Im letzten Jahr habe Farmkind nach eigenen Angaben rund eine Million US-Dollar umgesetzt. Der Erfolg aber endete jäh. Farmkind-Chef Hoffmann ließ nach einem Hinweis eines Konkurrenten sein Produkt testen. Pures Kokoswasser? Die Angabe war falsch.

Kein pures Kokosnusswasser

Im Kokoswasser von Hersteller Taste Nirvana sei keineswegs 100 Prozent natürliches Kokoswasser. Mehr als 25 Prozent sollen zugesetzter Zucker und Wasser mit Aromastoffen sein. Das geht aus der Klageschrift hervor, die der Lebensmittelzeitung vorliegt.

Denn Farmkind-Chef nahm daraufhin das Produkt sofort vom Markt und verklagte den US-Hersteller Taste Nirvana. Laut der Lebensmittelzeitung soll es sich bei Taste Nirvana um keinen Einzelfall handeln. Offenbar gibt es weitere Hersteller, die falsche Angaben auf Kokoswasserflaschen machten.

Auch die Wettbewerbszentrale berichtet von Herstellern, die Verbraucher hinsichtlich der "Reinheit" ihres Produkts in die Irre geführt haben. Obwohl die Produkte auch Zucker und zum Teil Wasser und Aromen enthielten. In zwei Fällen haben die Unternehmen eine Unterlassungserklärung abgegeben. In einem weiteren habe die Wettbewerbszentrale eine einstweilige Verfügung erhoben.

Der Hype ums Kokoswasser wird dadurch nicht getrübt. Im Gegenteil: Der Absatz steige weiter. Taste Nirvana hat währenddessen den Zusatz von "Pure" Kokosnusswasser zu "Real" Kokosnusswasser verändert. Die Zutaten haben sich indes nicht verändert.

Quellen: Lebensmittelzeitung, Wettbewerbszentrale

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