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Nur noch mit Kartenzahlung: Das ist Deutschlands erstes Café, das Ihr Bargeld nicht mehr will

Vorbei sind die Zeiten als man für einen Kaffee noch das Kleingeld zusammenkratzen musste. Bei Public Coffee Roasters in Hamburg kann man nur noch mit Karte bezahlen.

Kaffee

Sie wollen einen Kaffee? Dann bringen Sie Ihre EC-Karte mit. Das Café Public Coffee Roasters am Hamburger Goldbekplatz nimmt kein Bargeld.

Manch einer würde sich sonntagmorgens wünschen, dass der Bäcker die EC-Karte zum Zahlen annehmen würde. Denn häufig herrscht im Portemonnaie vor allem eins: gähnende Leere. In anderen Ländern ist es mittlerweile selbstverständlich, dass man sogar Kleinstbeträge mit der Bank- oder Kreditkarte zahlen kann. Warum ist also so hinterher? Das erste Café in Deutschland macht damit nun Schluss.

Wer einen Cappuccino im Hamburger Public Coffee Roasters bestellt, kann sein Kleingeld dort nicht mehr loswerden. Auf dem Schild am Eingang steht nämlich: nur möglich. In vielen Restaurants ist oft das Gegenteil der Fall, dass man ausschließlich mit Karte zahlen kann, ist neu.

"Für die Mitarbeiter ist das ein Riesenvorteil", sagt Argin Keshishian, Gründer der Public Coffee Roasters, im Gespräch mit dem stern. "Die sparen sich pro Tag eine halbe Stunde Arbeit." Wer mit Bargeld in der Gastronomie abrechnet, muss ein sogenanntes Kassenbuch führen, da steht alles handschriftlich drin. "Eine sinnlose Arbeit. Zudem passieren mit dem neuen Bezahlsystem weniger Fehler", sagt der 27-jährige Besitzer von drei Cafés in Hamburg. Und es hat auch einen hygienischen Grund, denn Hunderte Bakterien würden übertragen, wenn ein Schein den Besitzer wechselt. In der Gastronomie ist Hygiene ein Muss.

"Wir sind absolut transparent"

Das Wichtigste für Keshishian ist neben der Zeitersparnis aber die Transparenz: "In der spielt Schwarzgeld immer noch eine Rolle. Die Mitarbeiter haben dadurch keine Sicherheiten wie beispielsweise Einzahlungen in die Rentenkasse. Mit dem Kartenzahlen schaffen wir so etwas ab. Wir sind absolut transparent – der Gesellschaft, dem Finanzamt und unseren Mitarbeitern gegenüber."

Bei den Millennials, den 17- bis 35-Jährigen, kommt das kontaktlose Zahlen mit Karte gut an. Die ältere Generation hält nach wie vor am Bargeld fest, auch wegen der Befürchtung, dass persönliche Daten unfreiwillig in den Umlauf kommen und missbraucht werden könnten. Der Café-Besitzer findet diese Angst aber unbegründet. Mit dem Bezahlsystem ausschließlich mit Karte macht Keshishian einen Vorstoß in eine modernere Welt. Und wer weiß, vielleicht müssen wir demnächst sonntags nicht mehr verzweifelt für ein Brötchen nach kramen.