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Stiftung Warentest: Saft aus verdorbenen Äpfeln - warum Apfelschorle alles andere als lecker ist

Schade um die Schorle, titelt Stiftung Warentest. Denn ein Test des Prüflabors entlarvt vor allem eins: Fertigschorlen geben Anlass zur Kritik. Jede dritte ist mangelhaft, nur eine ist gut.

Fertigschorlen sind nicht allzu lecker, besser selber mischen.

Fertigschorlen sind nicht allzu lecker, besser selber mischen.

Getty Images

Es gibt wohl nichts Erfrischenderes als Apfelschorle. Das urdeutsche Getränk kennen die Österreicher als "g'spritzten Apfelsaft", in Deutschland gibt es die Schorle als Fertigprodukt in jedem Kühlregal. Aber die Freude wird schnell getrübt, wenn man die Getränke genauer unter die Lupe nimmt.

Das hat Stiftung Warentest gemacht. Von 24 Apfelschorlen schafft nur eine ein gutes Gesamturteil: Wiesgart von Aldi Nord - mit 39 Cent pro Liter eine der günstigsten im Test. Sieben Produkte fallen dagegen mit "Mangelhaft" durch, sieben weitere sind nur ausreichend. Darunter sind nicht nur günstige Eigenmarken von Supermärkten und Discountern, sondern auch bekannte Marken wie Lift - die zu den Testverlierern gehört - und Sinalco, aber auch trendige Bioschorlen. Was ist der Grund für das trübe Ergebnis?

Die Analysen von Stiftung Warentest lassen darauf schließen, dass die meisten Anbieter keine guten Saftqualitäten verarbeiten, wobei fast jede zweite Schorle trotzdem geschmacklich gut ist, Proviant (für drei Euro pro Liter) und Fritz-spritz sogar sehr gut. Die schlechten Noten kommen daher, dass es den meisten Schorlen an Apfelaroma fehle, wie die Tester erklären.

Bei Apfelschorlen geht es ums Aroma

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten wie Apfelschorlen in die Flasche kommen. Entweder aus Konzentrat, dafür werden Äpfel gepresst und zu einem dickflüssigen Brei eingedampft, um danach wieder mit Wasser aufgefüllt zu werden. Hier gehen wichtige Aromen oft verloren. Oder aber Schorlen mit Direktsaft, die geschmacklich meist besser sind als die aus Konzentrat. Trotzdem haben auch die wenig Aroma, das könnte unter anderem daran liegen, dass unreife Äpfel oder zu hohe Temperaturen bei der Verarbeitung verwendet worden sind.

In zwei Schorlen - in Dennree und der teuren Ostmost - haben die Tester Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen wie Hefen nachweisen können. Davon war so viel drin, dass nur verdorbene Äpfel oder eine unsaubere Verarbeitung die Ursache gewesen sein können.

Erfreulich ist jedoch, dass die Schorlen keine Schadstoffe enthalten und zu mindestens 50 Prozent aus Saft bestehen. Keinem Produkt ist außerdem Zucker zugesetzt, wobei die Schorlen an sich schon von Natur aus viel Zucker mitbringen.

Stiftung Warentest rät, Apfelschorlen lieber selbst zu mischen. Denn die Fertigschorlen enthalten ziemlich viel Zucker. Im Schnitt 28 Gramm pro halben Liter.

Den ganzen Test finden Sie gegen Gebühr unter www.test.de

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