Gewalt gegen Frauen Die Leiterin eines Hilfetelefons erklärt, wieso so viele Opfer ihre Täter nicht anzeigen und wie man helfen kann

Eine Frau legt ihre Hände zusammen
Für viele Frauen ist es ein schwerer Schritt, beim Hilfetelefon anzurufen, wenn sie Gewalt erlebt haben
© Getty Images
2021 wurden 143.016 Fälle von Gewalt in Partnerschaften angezeigt, 80 Prozent davon traf Frauen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass es sich dabei nur um ein Drittel der tatsächlichen Fälle handelt, weil Opfer ihre Täter selten bei der Polizei melden. Manche wenden sich vorher an das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen". Die Leiterin, Petra Söchting, kann erklären, warum die Beraterinnen niemanden zur Anzeige drängen.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Opfer von Partnerschaftsgewalt in der Kriminalstatistik gesunken. Gleichzeitig haben Sie beim Hilfetelefon mehr Anrufe erhalten. Woran liegt das?
Die Kriminalstatistik bildet die Zahlen im sogenannten Hellfeld ab. Das sind die Fälle, die tatsächlich zur Anzeige gebracht worden sind. Sie nutzt also ganz andere Zahlen als unsere. Das Angebot des Telefons ist ja das einer Beratung. Wir möchten es von Gewalt betroffenen Frauen auf diesem Weg so leicht wie möglich machen, sich  nach außen zu wenden und zu erzählen, was ihnen passiert ist. Sie müssen sich dabei nicht festlegen, was als nächstes passiert. Insofern können wir zumindest einen Teil des Dunkelfelds mit unseren Zahlen abdecken.

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