Johannes Paul II. Der Papst stirbt

Am Abend des zweiten April starb Papst Johannes Paul II. nach tagelangem Todeskampf in Rom im Alter von 84 Jahren.

Seit seiner Wahl 1978 leitete Karol Wojtyla die katholische Christenheit mehr als 26 Jahre - nur zwei Päpste regierten in 2000 Jahren Christentum länger. Politiker aus aller Welt und Vertreter vieler Religionen würdigten das Lebenswerk des aus Polen stammenden Papstes, der sich stets für den Frieden eingesetzt und den Kommunismus bekämpft hatte.

Der schwer kranke Papst erlag seinen Leiden um 21.37 Uhr in den päpstlichen Gemächern im Vatikan. Nach den Worten von Vatikansprecher Joaquín Navarro-Valls starb er im Beisein seiner engsten Vertrauten. Unmittelbar nach Bekanntgabe des Todes von Johannes Paul II. kamen hunderttausende Menschen überall auf dem Erdball zusammen, um gemeinsam zu beten und des Papstes zu gedenken. Auch in zahlreichen deutschen Städten läuteten die Glocken. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder würdigte den Papst für sein "unermüdliches Eintreten für den Frieden, für Menschenrechte, Solidarität und soziale Gerechtigkeit". In Italien und fast allen Staaten Lateinamerikas wurde Staatstrauer ausgerufen. Auf dem tief katholischen Subkontinent zeigten sich Präsidenten, Kardinäle und Menschen auf der Straße tief erschüttert.

Johannes Paul II, der 264. Papst der Kirchengeschichte, war seit vielen Jahren schwer krank. Er litt an der Parkinson-Krankheit und an den Folgen eines Attentats im Jahr 1981. Er konnte nicht mehr gehen und saß zuletzt im Rollstuhl. Der Führer von weltweit einer Milliarde Katholiken konnte selbst kurze Predigten nicht mehr halten. Ostern konnte er den Segen Urbi et Orbi mit der Hand nur noch andeuten, aber nicht mehr selbst sprechen.

Papst Johannes Paul II. wurde sechs Tage nach seinem Tod nach einer feierlichen Zeremonie auf dem Petersplatz in den vatikanischen Grotten beigesetzt. Die Trauermesse, zu der sich 300.000 Pilger und 200 Staatsgäste auf dem Petersplatz versammelten, zelebrierte der deutsche Kurienkardinal Joseph Ratzinger.


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