Aussagen im Prozess Autorennen von Ludwigsburg: Angeklagte bitten um Verzeihung

Das Fahrzeug wurde vollkommen zerstört. Foto: Andreas Rometsch/KS-Images.de/dpa
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Zwei Tote, ein Mordvorwurf, monatelange Stille: Im Ludwigsburger Autorennen-Prozess brechen zwei angeklagte mutmaßliche Raser ihr Schweigen, räumen Vorwürfe ein und senden ein Signal an das Gericht.

Geständnisse nach Wochen des Schweigens: Nach dem Tod zweier junger Frauen haben zwei Angeklagte im Prozess um ein Autorennen in Ludwigsburg ihre Schuld eingeräumt. Ihre Aussagen könnten das Verfahren vor dem Stuttgarter Landgericht entscheidend verkürzen. Auch der Verteidiger des dritten Mannes, des wegen Mordes angeklagten Unfallfahrers, kündigte eine schriftliche Aussage seines Mandanten an.

"Mein Verhalten war von Übermut und Selbstüberschätzung geprägt", sagte einer der Männer, der nach eigener Aussage das zweite Auto im mutmaßlichen Rennen fuhr. "Ich würde alles dafür geben, das Geschehen ungeschehen machen zu können."

Zudem boten alle Verteidiger vor dem Landgericht an, auf die Vernehmung weiterer Zeugen zu verzichten. Das Verfahren könnte dadurch deutlich verkürzt werden, den Angehörigen würden weitere belastende Aussagen erspart.

Zwei junge Frauen starben

Der Prozess zählt zu den aufsehenerregenden Verfahren der vergangenen Monate. Zwei 32 und 35 Jahre alte Brüder sollen sich am Abend des 20. März in Ludwigsburg ein Autorennen in einer Tempo-50-Zone geliefert und ihre Limousinen teils auf bis zu 150 Kilometer pro Stunde beschleunigt haben.

Bei dem Unfall rammte der jüngere der beiden den Wagen von zwei jungen Frauen im Alter von 22 und 23 Jahren. Beide kamen in den Trümmern ihres Autos ums Leben. Der 32-Jährige sitzt wegen Mordverdachts auf der Anklagebank. Auch der 25-jährige Cousin ist angeklagt.

dpa