Nach dem mysteriösen Fund eines Fläschchens mit der Aufschrift "Polonium 210" in Vaihingen an der Enz und einer ersten Einschätzung wollen Spezialisten das kleine Behältnis genauer untersuchen. Bislang gebe es nur "erste Plausibilitätsbetrachtungen", sagte eine Sprecherin des baden-württembergischen Umweltministeriums. Demnach gingen Fachleute nicht von Polonium 210 aus.
Der Fund müsse aber im Laufe des Dienstags noch in der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) in Karlsruhe analysiert werden, teilte das Ministerium weiter mit. Mit einem Ergebnis sei unter Umständen erst später zu rechnen.
Fund bei der Ostereiersuche
Zwei Männer hatten das Fläschchen nach Angaben der Polizei am Ostersonntag in einem privaten Vorgarten der Stadt im Nordosten von Stuttgart gefunden und sofort den Notruf verständigt. Die Feuerwehr hatte den Inhalt zunächst noch als echt eingeschätzt, weil das Behältnis aus ihrer Sicht zum Stoff passt. Messungen im Umfeld des Fläschchens waren nach dem Fund negativ ausgefallen.
Ermittlungen sollen nach Ostern beginnen
Sollte in dem Fläschchen tatsächlich Polonium 210 nachgewiesen werden, wird der Stoff nach Behördenangaben dekontaminiert und fachgerecht entsorgt. Es sei auch möglich, dass das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernehme, sagte eine LKA-Sprecherin. Bereits jetzt ermittelt die Polizei, wie das Fläschchen in den Vorgarten gelangen konnte.
Putin-Kritiker Litwinenko starb 2006 nach Polonium 210-Anschlag
Polonium ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird. Schon ein Millionstel Gramm Polonium 210 kann einen Menschen töten - laut BfS innerhalb weniger Tage. Der Putin-Kritiker und frühere Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko starb 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210.