Verkehr
Deutlich mehr Unfälle mit E-Scootern - was helfen könnte

Insgesamt verunglückten vergangenes Jahr 1.500 Menschen, das sind gut 34 Prozent mehr als im Jahr zuvor. (Archiv) Foto: Jens Büt
Insgesamt verunglückten vergangenes Jahr 1.500 Menschen, das sind gut 34 Prozent mehr als im Jahr zuvor. (Archiv) Foto
© Jens Büttner/dpa
Mehr als ein Drittel mehr Unfälle, viele Verletzte, zehn Tote: Warum besonders junge E-Scooter-Fahrer gefährdet sind und wie Politik und Experten nun reagieren wollen.

Mehr E-Scooter, mehr Unfälle: Im vergangenen Jahr sind in Baden-Württemberg so viele Menschen wie nie zuvor bei Fahrten mit elektronischen Tretrollern und Segways verletzt worden oder sogar ums Leben gekommen. 

Nach Angaben des Innenministeriums schoss die Zahl der Unfälle um mehr als ein Drittel nach oben – ein Plus von 35 Prozent auf 1.978 Fälle. Im Schnitt kracht es damit fast fünfmal am Tag mit E-Scootern oder den etwas größeren Elektro-Stehrollern mit ihren nebeneinanderliegenden Rädern. Details zu Unfällen mit anderen Fahrzeugen will das Ministerium am Freitag vorlegen.

Die meisten Unfälle sind selbst verschuldet

Insgesamt verunglückten 1.500 Menschen bei den Unfällen mit E-Scootern und Segways, das sind gut 34 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Leicht verletzt wurden 1.338 von ihnen, 152 erlitten schwere Verletzungen. Zehn Menschen (2024: sieben) verloren beim E-Rollern oder Segway-Fahren ihr Leben – alle standen dabei selbst auf einem solchen Gerät, neun von ihnen ohne Helm, so Innenminister Thomas Strobl (CDU). Er mahnt: "E-Scooter sind kein Spielzeug. Wer E-Scooter nutzt, trägt Verantwortung – für ein Kraftfahrzeug, für sich selbst und für andere." 

Besonders auffällig: Mehr als zwei von drei Unfällen (rund 70 Prozent) gehen nach Angaben der Polizei auf das Konto der Fahrerinnen und Fahrer. Oft spielen Alkohol, Drogen oder bloße Ablenkung eine Rolle. Und in fast jedem siebten Fall war der Fahrer oder die Fahrerin nicht mehr verkehrstüchtig. Besonders gefährdet: Junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren. 

Helfen schärfere Regelungen?

Die Politik will nun nachsteuern mit neuen Regeln für E-Scooter. So sollen neue Modelle ab dem Jahr 2027 mit Blinkern ausgerüstet sein müssen. Außerdem sollen Kommunen mehr Spielräume für das Abstellen von E-Scootern bekommen - um einem "Wildwuchs" entgegenzuwirken. Laut Bundesverkehrsministerium soll die neue Verordnung nach einer Übergangsfrist Anfang 2027 in Kraft treten.

Unfallforscher haben angesichts der steigenden Zahlen auch bereits eine Führerscheinpflicht, ein Mindestalter von 15 Jahren für die Fahrer und technische Verbesserungen an den Rollern ins Spiel gebracht. Bisher ist Scooter-Fahren ab 14 Jahren erlaubt - und das ohne jeden Nachweis von Kenntnissen der Straßenverkehrsordnung.

dpa