Scheinbar religiöse Rituale
Angebliche Wahrsagerin betrügt Frau um mehr als 100.000 Euro

Die Polizei warnt vor möglichen Betrugsmaschen. (Symbolbild) Foto: Marijan Murat/dpa
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Eine Oberbayerin vertraut auf den Schutz vor Schicksalsschlägen – und verliert einen sechsstelligen Betrag. Bei einer vereinbarten Geldübergabe schlagen die Ermittler zu.

Eine Frau aus dem oberbayerischen Altötting ist eigenen Angaben zufolge über Monate von einer angeblichen Wahrsagerin betrogen worden. Die Geschädigte zahlte laut Polizei seit Anfang 2026 in mehreren Teilbeträgen einen Bargeldbetrag im niedrigen sechsstelligen Bereich. Ihr wurde demnach Hilfe zur Abwendung familiärer Schicksalsschläge in Form von religiösen Ritualen versprochen.

Mit der Zeit sei die Frau jedoch argwöhnisch geworden und habe sich bei der Polizei gemeldet, sagte ein Sprecher. Die Ermittler der Kriminalpolizei Traunstein nutzten eine vereinbarte weitere Geldübergabe in Altötting, um zwei dringend tatverdächtige Frauen im Alter von 54 und 29 Jahren aus Ingolstadt vorläufig festzunehmen. Die 54-Jährige befindet sich seither in Untersuchungshaft, gegen die 29-Jährige wird weiter ermittelt.

Bei Wohnungsdurchsuchungen in Ingolstadt und einem weiteren Bundesland wurden Beweismittel sichergestellt, die derzeit ausgewertet werden. Die Durchsuchungen fanden laut dem Polizeisprecher in einem ostdeutschen Bundesland statt; welches genau, sagte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei prüfen, ob die Frauen auch in weiteren ähnlichen Fällen in Erscheinung getreten sind und ermitteln zu Mittätern sowie weiteren Geschädigten.

dpa