Im Herzens Berlins, südlich der Torstraße bis hin zu Spree und Alexanderplatz, gab es bis zur Nazi-Diktatur lange Zeit ein sehr reges jüdisches Leben – daran erinnern nun neue Straßenmarkierungen sowie eine interaktive Website. Sichtbar gemacht werden so fast vergessene Orte, Biografien und Geschichten des Stadtgebiets, also der Spandauer Vorstadt und des Scheunenviertels, wie die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und das Mitte Museum mitteilten.
Auf den neuen Straßenmarkierungen sind die jeweiligen Straßennamen in jiddischer Schrift zu finden, dazu Erläuterungen und QR-Codes. Sie leiten zu der Webseite, die über eine interaktive Karte das Eintauchen in die Vergangenheit ermöglicht – ob vom Sofa zu Hause, aus dem Klassenzimmer oder direkt vor Ort. Vorgestellt werden insgesamt 40 Orte, ein Glossar ergänzt die Website, die Karte selbst lädt ein zu thematischen Stadtrundgängen.
Jüdische Krankenhäuser, Schulen, Synagogen und Verlage
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war das jüdische Leben in der Spandauer Vorstadt sehr präsent, heißt es dort. Von Weitem konnte man etwa die goldene Kuppel der 1866 eingeweihten Neuen Synagoge erkennen. Bis in die 1930er Jahre hinein etablierten Juden viele Einrichtungen – darunter Krankenhäuser, Schulen, Synagogen, Verlage und Rabbinerseminare sowie politische Vereine, Sport- und Sprachclubs, Wohlfahrtsorganisationen, Theater und Restaurants.
Die sogenannte Erinnerungslandschaft richtet sich an ein breites Publikum; alle Texte sind auch auf Englisch verfügbar.
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