Neue Impressionismus-Schau
Max Liebermann - sein Garten am Wannsee wurde zum Dauermotiv

Im Garten seiner Villa am Wannsee schuf der Maler Max Liebermann viele Bilder. (Archivbild) Foto: Wolfgang Kumm/dpa
Im Garten seiner Villa am Wannsee schuf der Maler Max Liebermann viele Bilder. (Archivbild) Foto
© Wolfgang Kumm/dpa
Licht, Alltag, Rebellion: Warum Liebermanns Malerei als "Rinnstein"-Kunst galt, aber Millionen wert ist. Eine Ausstellung im Museum Barberini in Potsdam zeigt das Schaffen deutscher Impressionisten.

Sie malten oft im Freien, um Stimmungen und Licht einzufangen - die Impressionisten. Max Liebermann als wichtigster deutscher Vertreter nutzte unzählige Male seine Villa mit Garten am Berliner Wannsee als Motiv - ähnlich wie Claude Monet seinen Seerosenteich im französischen Giverny. 

Das Museum Barberini in Potsdam zeigt nun eine neue Ausstellung zum deutschen Impressionismus um Liebermann. Sie ist vom 28. Februar bis 7. Juni zu sehen. Wissenswertes zum Impressionismus in Deutschland im Überblick: 

Liebermann-Gemälde Millionen wert

- In Frankreich sind Claude Monet, Édouard Manet und Edgar Degas berühmte Maler des Impressionismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie sind für sonnendurchflutete Landschaften und Stadtansichten bekannt und Vorbild für die Kunstbewegung in Deutschland. - Sie wird geprägt von den wichtigsten Vertretern Max Liebermann (1847-1935), Max Slevogt und Lovis Corinth, deren Bilder teuer verkauft werden. Liebermanns Gemälde "Reiter am Strand nach links" wurde vom Auktionshaus Sotheby's vor Jahren für 2,6 Millionen Euro versteigert. 

Gegenmodell zu heroischen Motiven im Kaiserreich

- In Deutschland galt der Impressionismus als Avantgarde-Strömung. Die aufkommende Moderne war Ausdruck des Widerstandes gegen die national geprägte Kunstpolitik im konservativen Kaiserreich. Es überwog Ateliermalerei mit Historienbildern in dunkleren Tönen und heroischen Motiven. Die Impressionisten hingegen widmeten sich Szenen aus dem Alltagsleben und lichten Landschaften; von Kaiser Wilhelm II. als "Rinnstein"-Kunst abgewertet. 

Pinselstrich und Pastelltöne

- Einige Merkmale des Impressionismus: Pinselstrich-Technik, Pastellfarben und Malen unter freiem Himmel. Zu den Motiven zählen neben der Natur auch Freizeitszenen am Strand und beim Tanz, das bürgerliche Leben sowie Porträts und Stillleben. 

- Die Maler thematisierten die Sehnsucht des Großstadtmenschen nach Erholung im Grünen, aber auch die Anonymität urbaner Zentren, wie das Museum Barberini schrieb. "Die Gemälde zeigen eine ambivalente Sicht auf die Stadt als dynamischen Kulturraum und zugleich als Ort emotionaler Überforderung." 

Im Nationalsozialismus ausgegrenzt

- Die frühere Villa von Max Liebermann am Wannsee ist weltbekannt und nun ein Museum - samt Garten. Der Maler jüdischer Herkunft machte Berlin mit der fortschrittlichen Künstlergruppe "Berliner Secession" zu einem wichtigen Forum für zeitgenössische Kunst und hatte als Präsident der Preußischen Akademie der Künste großen Einfluss. 

- Doch die Nationalsozialisten entfernten seine als "entartet" gebrandmarkten Werke aus den Museen. Von Liebermann stammt mit Blick auf die NS-Zeit das Zitat: "Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte." Bis zu seinem Tod 1935 lebte er zurückgezogen am Wannsee. Seine Frau nahm sich später das Leben, um der Deportation zu entgehen.

dpa

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