"Niemands Töchter" von Judith Hoersch ist ein fesselnder Roman über Familiengeheimnisse, Verluste und traumatische Mutter-Tochter-Beziehungen. Die Berliner Autorin und Schauspielerin erzählt die Geschichte von vier schicksalshaft miteinander verbundenen Frauen.
"Niemands Töchter" wird in vielfachen Rückblenden über einen Zeitraum von 40 Jahren erzählt und spielt hauptsächlich in Berlin und in der Eifel. Alma ist eine alleinstehende erfolgreiche Programmdirektorin, die sich in einer Sinnkrise befindet. Die ehemalige Balletttänzerin Isabell hadert dagegen mit ihrer Rolle als Mutter, die sie nicht auszufüllen vermag.
Stimmiges Zeit- und Lokalkolorit
Um problematische Mutterschaften geht es auch bei Gabriele und Marie, die beide einer älteren Generation angehören. Die Biografien stehen zunächst lose nebeneinander, erst nach und nach wird deutlich, welche feinen Linien zwischen den Frauen verlaufen.
Wegen der vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel ist es nicht immer ganz einfach, der Handlung zu folgen. Doch gelingt es Hoersch sehr gut, Spannung aufzubauen. Auch wenn man manche Zusammenhänge früh ahnt, überrascht der Roman doch mit unerwarteten Wendungen und überzeugt durch ein stimmiges Zeit- und Lokalkolorit.