Notfälle Klopfen statt Klingen: Helfer im Südwesten unterwegs

In Steglitz-Zehlendorf sind Helfer unterwegs, um vor allem ältere Menschen zu informieren. Foto: Elisa Schu/dpa
In Steglitz-Zehlendorf sind Helfer unterwegs, um vor allem ältere Menschen zu informieren. Foto
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Mitten im Stromausfall: Ordnungsamt und Malteser verteilen Flyer, bieten Notunterkünfte und Informationen an. Lahmgelegte Klingeln erschweren die Hilfe.

Nach dem Stromausfall im Berliner Südwesten suchen seit Sonntag Mitarbeiter von Ordnungsämtern, der Polizei, der Malteser und anderen Besuchsdiensten Menschen zu Hause auf. "Wenn jemand im Stromausfall lebt und vielleicht ein bisschen älter ist, hat er meistens auch kein Internet und keinen Strom und es fehlt das Telefon. Also gehen wir in die Häuser und versuchen so die Kommunikation zu etablieren", sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Tim Richter (CDU), der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben Verstärkung aus Neukölln und Friedrichshain, so konnten die Ordnungsamts-Teams fast verdoppelt werden", so Richter. 

Tim Richter: Hilfe kommt gut an

Seinen Angaben zufolge übergeben die Helfer den Menschen Informationsflyer. Dort sind unter anderem Adressen von Notunterkünften und Orten, an denen man sich aufwärmen und das Handy laden kann, zu finden. Es sei jedoch nicht immer einfach, die Menschen zu erreichen. "Wir kommen nicht in alle Häuser, da die Klingeln wegen des Stromausfalls nicht funktionieren", so Richter. Dort, wo es möglich sei, klopfen die Helfer an die Türen. Die aufsuchende Hilfe komme gut an. "Die Menschen merken, dass wir uns kümmern und helfen wollen", so der stellvertretende Bezirksbürgermeister. 

"Gleichzeitig bieten wir jetzt jedem Menschen an, Unterkunftsplätze oder Hotelplätze zu mieten, damit keiner in den kalten Wohnungen bleibt, weil die Wohnungen sind jetzt so bei sieben, acht Grad teilweise", sagte Richter.

dpa