Dem Bereich der Clankriminalität werden in Berlin inzwischen von der Polizei 685 Menschen zugerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 stieg die Zahl um elf Prozent, wie aus dem aktuellen Lagebild Clankriminalität des Landeskriminalamtes (LKA) zum Jahr 2025 hervorgeht.
Die Polizei registrierte in diesem Zusammenhang 952 Straftaten durch 342 Verdächtige, die zu Clans gehören. Auch diese Zahlen stiegen im Vergleich zu 2024. Die Schwerpunkte lagen dabei im Bereich Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen und Raubtaten (23 Prozent), Verkehrsstraftaten (16 Prozent) und Diebstahlsdelikte (16 Prozent).
Die Polizei versuche, besonders durch frühzeitige Intervention, Präventionsmöglichkeiten und die Bekämpfung krimineller Autovermietungen entgegenzuwirken.
Die Polizeibehörden in Deutschland definieren Clan als eine „informelle soziale Organisation, die durch ein gemeinsames Abstammungsverständnis ihrer Angehörigen bestimmt ist. Sie zeichnet sich insbesondere durch eine hierarchische Struktur, ein ausgeprägtes Zugehörigkeitsgefühl und eingemeinsames Normen- und Werteverständnis aus“.
Dabei werde die Zugehörigkeit zu einem Clan nicht mit Kriminalität gleichgesetzt, so die Polizei. „Erst wenn Clanstrukturen maßgeblich dazu genutzt werden, Kriminalität zu begehen, zu begünstigen oder die Tataufklärung zu verhindern, wird von Clankriminalität gesprochen.“
Kritiker des Begriffs Clankriminalität monieren, dass Menschen mit Migrationshintergrund allein aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert würden.