Tierschutz
Immer mehr Anfragen zu Wildtieren beim Berliner NABU

Eine Ente hat sich einen Berliner Balkon ausgesucht, um ihre Eier auszubrüten. (Symbolbild) Foto: Anja Sokolow/dpa
Eine Ente hat sich einen Berliner Balkon ausgesucht, um ihre Eier auszubrüten. (Symbolbild) Foto
© Anja Sokolow/dpa
Wenn man mit einer Kaffeetasse in der Hand auf seinen Balkon tritt und eine verletzte Stockente vorfindet, sollte man erst einmal tief durchatmen. Der NABU hilft in solchen und anderen Fällen.

In der Wildvogelstation des Berliner NABU sind 2025 knapp 1.000 Tiere betreut und etwa zehnmal so viele Bürgeranfragen bearbeitet worden. Vor allem verletzte Stockenten, Ringeltauben und bei Hitze aus dem Nest gestürzte Mauersegler wurden von den Berlinerinnen und Berlinern in die Station gebracht, wie der Naturschutzbund erklärte.

Der Leiter der Station, Marc Engler, betonte die steigende Nachfrage nach dem Angebot. Diese lag 2025 um 35 Prozent über der des vorherigen Jahres. Über 6.300 Anrufe und 1.000 Mails seien demnach in der Beratungsstelle eingegangen. Damit seien die Wildvogelstation sowie die allgemeine Wildtierberatung mit etwa 10.000 jährlichen Anfragen zentrale Bausteine des Natur- und Artenschutzes der Hauptstadt, so Engler. 

Füchse in Sandkästen und Rehe im Vorgarten - was nun?

Viele Menschen wüssten einfach nicht, wie sie mit Wildtieren umgehen müssten, erklärte Claudia Harnisch von der Wildtierberatung weiter. Deshalb sei eine verlässliche Beratung besonders wichtig. Neben hilflosen oder verletzten Tieren beschäftigt sich die Stelle auch mit fest in die Stadt integrierten tierischen Bewohnern. Dazu zählen Wildschweine, Füchse sowie Waschbären. 

Aber auch skurrile Anfragen "etwa zu einem entlaufenen Polarfuchs, einem Gecko, der in einer Fahrradwerkstatt entdeckt wurde, oder Rehen in begrünten Wohnhöfen in Karlshorst" kämen mitunter vor. 

Um das Angebot für alle Hauptstädter sowie die Wildtiere der Hauptstadt aufrechterhalten zu können, fordert der Naturschutzbund eine verlässliche Finanzierung.

dpa