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Klimawandel 25 Millionen – damit die letzten Moore gerettet werden

Moor bei den Möllmer Seewiesen
Moor bei den Möllmer Seewiesen
© Soeren Stache / Picture Alliance
Moore sind gigantische CO2-Speicher. Handelsriese Rewe und NABU haben sich zusammengetan, um die letzten Moore Deutschlands zu retten.

Ganz Deutschland hat Angst vor Dürre und Wasserknappheit, aber dennoch werden Moore weiterhin entwässert. Was heißt das? Diese natürlichen Feuchtigkeitsspeicher und Biotope werden künstlich trockengelegt. Wasser wird abgepumpt, die Fläche mit Kanälen und Gräben durchzogen – über Umwege wird das wertvolle Süßwasser letztlich ins Meer geleitet. Während parallel über Wassermangel geklagt wird.

Die Zerstörung der Moore hat eine lange Tradition – die urtümliche Landschaft wurde durch Trockenlegung seit dem 19. Jahrhundert landwirtschaftlich nutzbar gemacht. Später kam noch der Landhunger der Ballungsräume hinzu. Moore und Feuchtgebiete wurden in Bauland verwandelt.

Zerstörung der Feuchtflächen

Das sind die Sünden der Vergangenheit, doch selbst heute in der Ära des Klimawandels wird dieser Wahnsinn fortgeführt. Der NABU kämpft dagegen an und hat einen mächtigen Partner gefunden. Über den Nabu-Klimafonds unterstützt die Handelskette Rewe den Kampf um die letzten Moore mit 25 Millionen Euro. Mehr als nur ein Feigenblatt. Der Betrag wird in den nächsten fünf Jahren angewiesen. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: "Der NABU-Klimafonds zeigt, was bewirkt werden kann, wenn Wirtschaft und Naturschützer:innen beim Klimaschutz an einem Strang ziehen. Dank des großen Engagements von Mitinitiator REWE können wir in den nächsten fünf Jahren mindestens 25 Millionen Euro in den natürlichen Schutz unseres Klimas und unserer Artenvielfalt investieren." Rewe erklärte, als großes Unternehmen wolle man nicht nur die Klimabelastung reduzieren, sondern darüber hinaus konkrete Klimaschutzprojekte unterstützen.

Moore binden CO2

Die Mittel sollen im Wesentlichen die Wiederbelebung von Mooren in Deutschland finanzieren. Anstatt Abpumpen ist dann die Wiedervernässung angesagt. Und dabei ist viel zu tun:  In Deutschland liegen aktuell 95 Prozent der Moore trocken.

Moore bilden ein reichhaltiges Biotop. Weniger bekannt ist ihre Fähigkeit, CO2 zu binden. Obwohl Moore weltweit nur drei Prozent der globalen Landfläche einnehmen, binden nasse Moore ein Viertel des terrestrischen Kohlenstoffes – doppelt so viel wie alle Wälder dieser Erde. Es lohnt sich, diesen Speicher aufzufüllen. Umgekehrt gilt aber: Sollten die letzten Moore dauerhaft trockenfallen, werden sie entsprechend viel klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre abgeben.


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