Antrag für Landtagssitzung
Schleswig-Holstein plant Maßnahmen gegen digitale Gewalt

Es ist laut Familienministerin Aminata Touré auch Aufgabe des Staates, Frauen und Mädchen besser zu schützen. (Archivbild) Foto:
Es ist laut Familienministerin Aminata Touré auch Aufgabe des Staates, Frauen und Mädchen besser zu schützen. (Archivbild) Foto
© Marcus Brandt/dpa

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Schleswig-Holstein legt einen 10-Punkte-Plan vor, um digitale sexualisierte Gewalt gezielt zu bekämpfen. Geplant sind mehr Hilfsangebote und neue Maßnahmen für den Schutz von Betroffenen.

Die Landesregierung Schleswig-Holsteins will mit einem 10-Punkte-Plan gegen digitale sexualisierte Gewalt vorgehen. "Jede fünfte Frau ist in den vergangenen 5 Jahren von digitaler Gewalt betroffen gewesen - und jeder siebte Mann", sagte Familienministerin Aminata Touré (Grüne) bei einer Pressekonferenz in Kiel. Eine Dunkelfeldstudie des Bundes zur Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag habe dies klar aufgezeigt. Sie belege ein großes, oft verborgenes Ausmaß an partnerschaftlicher und sexualisierter Gewalt. 

Dabei gingen die Auswirkungen der Betroffenen weit über den digitalen Raum hinaus und griffen massiv in den Alltag ein. "Sie verstören und sie zerstören im schlimmsten Fall auch das Leben der Einzelnen", erklärte Touré. Daher sei es auch Aufgabe des Staates, insbesondere Frauen und Mädchen besser zu schützen. 

So plant die Landesregierung in der kommenden Landtagssitzung Anfang Mai, einen Antrag einzubringen und für ein geplantes Maßnahmenpaket 1,8 Millionen Euro bereitzustellen. So ist laut dem Familienministerium unter anderem vorgesehen, die Beratungs- und Hilfsangebote im Land auszubauen, die Prävention in der Kinder- und Jugendarbeit zu verbessern, polizeiliche Ermittlungen im digitalen Raum zu erleichtern und das Fortbildungsangebot der Justiz zu erweitern.

dpa