Gestrandeter Wal in SH
Rettungsaktion für Buckelwal läuft - Unterstützung aus Kiel

Der Bagger gräbt eine Rinne für den gestrandeten Wal. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Der Bagger gräbt eine Rinne für den gestrandeten Wal. Foto
© Daniel Bockwoldt/dpa
Ein schwimmender Bagger arbeitet direkt neben dem gestrandeten Buckelwal. Der Bürgermeister von Timmendorfer Strand hat um Unterstützung aus Kiel gebeten.

Der Rettungsversuch des vor Timmendorfer Strand festsitzenden Buckelwals geht voran. Nachdem mehrere Bagger vom Strand aus eine Rinne geschaffen haben, gräbt ein schwimmender Schaufelbagger nun direkt um das Tier herum, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtet. Dabei sei die Baggerschaufel bereits einen Meter vor dem Tier im Wasser. Gleichzeitig steht der Biologe Robert Marc Lehmann neben dem Wal im Wasser und leitet den Bagger an. 

Die Arbeiten seien weit fortgeschritten, sagte der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke. Auch der Taucher solle den Meeressäuger dabei unterstützen, ins Freie zu kommen. 

Zudem hat der Bürgermeister nach eigenen Angaben Unterstützung bei Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke (CDU) angefordert, um den Wal von der Ostsee in die Nordsee zu geleiten. Die nötige Unterstützung mit Schiffen und Booten habe die Ministerin zugesagt.

Herausfordernde Rettungsaktion

Baggerfahrer Tim Löhndorf von der Firma Ökologischer Gewässerdienst Wandhoff hatte der dpa am Mittwoch gesagt, dass mit mehreren Baggern eine 50 Meter lange, sechs Meter breite und 1,20 Meter tiefe Rinne vor dem Kopf des Wals gegraben werden soll. Besonders herausfordernd seien bei der Rettungsaktion Wind und Strömung. 

Nicht der erste Rettungsversuch

Der Buckelwal war Montagmorgen auf einer Sandbank entdeckt worden. Am Dienstag war ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. "Leider hat sich herausgestellt, dass der Sand zu fest ist", erklärte Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). Zuvor waren bereits andere Versuche fehlgeschlagen. Zwar gelang es, den Wal in Richtung der tieferen Fahrrinne zu drehen, frei kam er aber nicht. 

Auch Versuche, mit Polizeibooten Wellen zu machen, damit sich der Wal freischwimmen kann, brachten nichts. Um den Wal nicht weiter zu stressen, waren die Versuche dann zunächst abgebrochen worden. Doch auch die Hoffnung, dass sich das Tier mit dem Hochwasser in der Nacht zu Dienstag freischwimmen kann, erfüllte sich nicht.

dpa