Gesundheit
Barmer: Zahl der Demenzkranken steigt bis 2040 um 20 Prozent

Die Zahl der Demenzkranken in Hamburg wird nach einer Prognose der Barmer Krankenkasse bis 2040 um rund 20 Prozent steigen. (Sym
Die Zahl der Demenzkranken in Hamburg wird nach einer Prognose der Barmer Krankenkasse bis 2040 um rund 20 Prozent steigen. (Symbolbild) Foto
© Jens Kalaene/dpa
Demenzkranke Patienten stellen Krankenhäuser vor große Herausforderungen. Ihre Zahl wird nach einer Prognose der Barmer Krankenkasse in Hamburg bis 2040 um 20 Prozent zunehmen.

Die Zahl der Demenzkranken in Hamburg wird nach einer Prognose der Barmer Krankenversicherung bis 2040 auf knapp 40.000 steigen. Aktuell seien rund 33.000 Menschen in der Hansestadt von der Krankheit betroffen, heißt es in einer Mitteilung. Das entspräche einer Zunahme um circa 20 Prozent.

Im Jahr 2023 wurden in Hamburg gut 24.000 Patienten mit Demenz stationär behandelt, wie aus dem aktuellen Krankenhausreport der Barmer hervorgeht. Mehr als die Hälfte von ihnen - 53 Prozent - seien als Notfall nach einem Sturz oder wegen einer akuten Herzschwäche ins Krankenhaus gebracht worden. Von allen Patienten über 65 Jahren kamen nur gut ein Drittel - 36 Prozent - als Notfall in die Klinik. Für das Jahr 2040 erwartet die Barmer mehr als 29.000 stationäre Behandlungsfälle, was ebenfalls einen Anstieg um 20 Prozent bedeuten würde. 

Akuter Verwirrtheitszustand oft übersehen

Die Behandlung im Krankenhaus stelle Patienten und Angehörige, aber auch die Kliniken vor erhebliche Herausforderungen. Eine besonders schwerwiegende Komplikation sei das Delir, ein akuter Zustand der Verwirrtheit. Er werde häufig übersehen oder fälschlicherweise als typisches Demenzsymptom gedeutet. Tatsächlich handele es sich um eine eigenständige, potenziell lebensbedrohliche Erkrankung. 

Viele Kliniken sind laut dem Krankenhausreport der Barmer aber nicht ausreichend vorbereitet auf die besonderen Bedürfnisse dieser Patientengruppe. Unübersichtliche Raumstrukturen, ungewohnte Abläufe und der Zeitdruck im Klinikalltag könnten Verwirrtheitszustände begünstigen.

Hamburger Krankenhäuser mit fünf Spezialabteilungen

"Wir müssen Demenz endlich früher erkennen und Klinikaufenthalte vermeiden, wo immer es möglich ist", fordert die Landesgeschäftsführerin der Barmer, Susanne Klein. Immerhin gebe es in Hamburg bereits eine solide Grundlage für die Versorgung dieser Patientengruppe. Laut der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie verfügt die Stadt über fünf spezialisierte Special Care Units für Menschen mit kognitiven Einschränkungen, darunter die Station Siloah im Agaplesion-Diakonieklinikum in Eimsbüttel oder die Station David im Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf.

dpa