Der Bezirk Neukölln will den Kampf gegen illegale Müllablagerungen ausweiten. Dort gibt es für solche Fälle die Sonderkontrolleinheit (Soko) Müll, über die sich Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bei einem Treffen mit Mitarbeitern informiert hat. Sie soll möglichst bald personell aufgestockt werden, wie Thomas Kolb erläuterte, der sie im Ordnungsamt mitaufgebaut hat. Bisher hat sie drei Stellen, fünf sollen noch dazukommen, allerdings zunächst befristet.
Sofagarnituren, Kühlschränke, Regalbretter, Matratzen oder sogar große Menge Bauschutt - wer es sich leicht machen oder Kosten sparen will, entsorgt seinen Müll am Straßenrand. Wenn die Soko-Mitarbeiter davon erfahren, versuchen sie herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist - oder sie gleich auf frischer Tat zu ertappen. Zwei der drei Mitarbeiter sind im Außendienst beschäftigt - und manchmal auch nachts im Einsatz.
Neukölln verhängt regelmäßig hohe Bußgelder
Unter anderem haben sie sogenannte Müllhotspots im Blick, an denen immer wieder Müll abgeladen wird. Alleine im vergangenen Jahr wurden 67 Verursacher ausfindig gemacht und Bußgelder in Höhe von mehr als 92.900 Euro verhängt - im Schnitt 1.390 Euro pro Verfahren. In Extremfällen - etwa beim illegalen Entsorgen von gewerblichem Bauschutt - können fünfstellige Bußgelder fällig werden.
Im Bezirksamt sieht man durchaus Erfolge: Die Zahl der Müllhotspots habe in den vergangenen Jahren spürbar abgenommen, sagte Kolb. Was er sich wünscht, ist eine dauerhafte verlässliche Ausweitung der Soko Müll: "Temporäre Stellen sind nicht gerade hilfreich."
Wegner hatte dafür ein offenes Ohr: Müllsünder ausfindig zu machen, bleibe eine wichtige Aufgabe, sagte er. "Ich bin mir sicher, dass diese Stellen verstetigt werden." Und er wies darauf hin, dass die schwarz-rote Regierungskoalition die Bußgelder für illegale Müllentsorgung noch einmal deutlich verschärft habe. Auch Neuköllns Bezirksstadtrat Gerrit Kringel sieht das positiv und erhofft sich davon noch mehr Abschreckung als bisher.