Nach zwei Überfällen auf einen jungen Mann haben Staatsschutz-Beamte der Hamburger Polizei einen 17-Jährigen im Stadtteil Lohbrügge verhaftet. Zugleich seien sechs Wohnungen durchsucht worden, fünf davon in Hamburg und eine in Lübtheen im mecklenburgischen Landkreis Ludwigslust-Parchim. Der 17-Jährige steht im Verdacht der räuberischen Erpressung, wie ein Polizeisprecher weiter mitteilte.
Der Jugendliche soll am vergangenen 4. März gemeinsam mit zwei weiteren jungen Männern einen 19-Jährigen in dessen Wohnung überfallen haben. Die Angreifer hätten von ihm einen vierstelligen Geldbetrag gefordert. Als er der Forderung nicht nachkam, sollen sie mit Springerstiefeln auf ihn eingetreten und ihn weiter misshandelt haben, als er schon am Boden lag.
Nur vier Tage später sollen die drei Tatverdächtigen gemeinsam mit einem 16-Jährigen und einem 15-jährigen Mädchen den 19-Jährigen erneut überfallen haben. Dabei hätten zwei von ihnen auf ihr Opfer eingetreten. Die Gruppierung habe die Tat zum Teil gefilmt und die Aufnahmen veröffentlicht. Ursächlich für die Angriffe soll eine Kontaktanbahnung des 19-Jährigen zu dem 15-jährigen Mädchen gewesen sein.
Bedrohung, rassistische Beleidigung und Hitlergruß
Dem verhafteten 17-Jährigen werden noch weitere Taten vorgeworfen. Gemeinsam mit einer Gleichaltrigen soll er am vergangenen 13. Februar in Hamburg-Billstedt einen 39 Jahre alten Migranten mit einem Messer bedroht und rassistisch beleidigt haben. Eine Woche später habe er im Stadtteil Langenhorn ein Wahlplakat beschädigt und dabei den sogenannten Hitlergruß gezeigt.
Die Tatverdächtigen würden dem rechtsextremistischen Spektrum zugeordnet, erklärte die Polizei. Bei den Durchsuchungen hätten die Beamten szenetypisches Propagandamaterial und potenzielle Beweismittel sichergestellt. Nach Verkündung des Haftbefehls durch einen Richter wurde der 17-Jährige in ein Untersuchungsgefängnis gebracht.