Bezirk Altona
Wolf greift Frau in Hamburger Einkaufspassage an – was bekannt ist

Trifft ein Wolf einen Menschen, tritt er normalerweise die Flucht an – was in der Hamburger Innenstadt geschah, ist noch unklar (Symbolbild)
Trifft ein Wolf einen Menschen, tritt er normalerweise die Flucht an – was in der Hamburger Innenstadt geschah, ist noch unklar (Symbolbild)
© Julian Stratenschulte / DPA

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Nach mehreren Wolfsichtungen rund um Hamburg ist es zu einem Zwischenfall mitten in der Hansestadt gekommen. Die Behörden informieren über den Hergang und die Hintergründe.

Der Wolfsangriff auf eine Frau in Hamburg-Altona hat sich nach Angaben der Umweltbehörde in einer Einkaufspassage ereignet. Bei dem Wolf habe es sich um das Tier gehandelt, das in den Tagen zuvor im Westen der Stadt gesichtet worden sei. Es habe in der Passage in der Großen Bergstraße eine Passantin gebissen. „Der betroffenen Frau wünschen wir eine gute Genesung”, hieß es. 

Nach dem Vorfall am Montag sei der Wolf bis an die Binnenalster geflüchtet. „Durch die enge Zusammenarbeit und das professionelle Eingreifen aller Beteiligten konnte das Tier am späten Abend an der Alster erfolgreich gesichert werden“, erklärte ein Sprecher. Die Behörde sprach den Einsatzkräften ihren Dank aus. 

„Der Wolf ist sicher untergebracht und wird derzeit tiermedizinisch versorgt“, hieß es weiter. Über den weiteren Verbleib des Tieres werde die Umweltbehörde zeitnah und in enger fachlicher Abstimmung entscheiden.

Wolf bereits zweimal in Hamburg gesichtet

Die ersten Sichtungen des Tieres waren Angaben von Montag zufolge am Samstag in zwei Parks oberhalb des Falkensteiner Ufers gemacht worden. Am Sonntagvormittag sei der Wolf im Bereich des S-Bahnhofs Othmarschen beobachtet worden, am Nachmittag im Bereich des Stadtteils Nienstedten. 

Das Tier soll ein noch recht junger Wolf sein. „Nach Experteneinschätzung handelt es sich bei dem Tier höchstwahrscheinlich um einen Welpen in der Abwanderungsphase von seinem Rudel“, hieß es am Montag weiter. In dieser Phase legen die Tiere meist weite Strecken zurück. Auf der Suche nach einem eigenen Revier sei der Wolf wohl „versehentlich so weit in das Stadtgebiet gelaufen“, dass er nun nach einem Weg aus der Stadt suche. 

Erster Wolfangriff seit Wiederansiedlung

Damit wurde in Deutschland nach Behördenangaben erstmals ein Mensch von einem Wolf angegriffen, seit sich dieser wieder in Deutschland ausgebreitet hat. „Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung seit 1998“, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz der Deutschen Presse-Agentur.

Rund 150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Erst nach dem Mauerfall kamen mehrere Tiere über Polen nach Deutschland zurück. Heute streifen Wölfe durch die Wälder zahlreicher Bundesländer.

Hinweis: Der Text wurde komplett aktualisiert und mit neuen Informationen ergänz.

DPA
epp

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