Vor Gericht
Mann fährt Wolf an, nimmt ihn in eine Bar mit und tötet ihn

Wolf in Wyoming
Der Wolf gilt in weiten Teilen von Wyoming als Raubtier 
© Richard Hamilton Smith / Getty Images
Er führte einen schwer verletzten Wolf in einer Bar vor und erschoss ihn anschließend. Ein Mann in den USA wurde nun verurteilt – jedoch nicht für das Töten des Tieres.

Der Fall klingt wie ein absurder Witz. Ein Mann erfasst einen Wolf mit seinem Fahrzeug, nimmt das schwer verletzte Tier mit in eine Bar und tötet es anschließend. Allerdings hat sich der Vorfall genauso im US-Bundesstaat Wyoming abgespielt. Ein 44-Jähriger wurde deshalb von einem Bezirksgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Der US-Amerikaner war im Februar 2024 in einer kleinen Stadt in Wyoming mit seinem Schneemobil unterwegs gewesen. Dabei stieß er mit einem frei herumlaufenden Wolf zusammen. Das Tier wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Der Mann klebte dem Tier den Mund zu, packte es in sein Fahrzeug und fuhr damit zu einer Bar, in der er offenbar Stammgast war.

Augenzeugen berichteten US-Medien, der Mann habe den Wolf an einer Leine in die Bar gezerrt und darüber Witze gemacht. Verschiedene Gäste hätten das Tier gestreichelt und mit ihm Fotos geschossen. Auf Social Media verbreiteten sich entsprechende Videos. Der Wolf sei in einem schlechten Zustand gewesen und habe stark geblutet. Nach einigen Stunden erschoss der Mann den Wolf hinter der Bar.

Mann quält schwer verletzten Wolf – Bewährungsstrafe

Vor Gericht legte der Angeklagte ein Geständnis ab und entschuldigte sich. Er wurde zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten sowie einer Geldstrafe in Höhe von 1000 US-Dollar verurteilt, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Das Geständnis war Teil eines Deals mit der Staatsanwaltschaft. Ursprünglich hatte der Mann auf nicht schuldig plädieren wollen. Damit hätte ihm unter Umständen eine Haftstrafe gedroht.

Verurteilt wurde er nicht wegen der Tötung des Wolfs – das ist in Wyoming in vielen Gegenden erlaubt, da sie als Raubtiere gelten. Bestraft wird hingegen das Besitzen eines lebendigen Wolfs. Dafür wurde der US-Amerikaner bereits kurz nach dem Vorfall zu 250 US-Dollar Geldstrafe verurteilt. In dem Verfahren, das ihm nun eine Bewährungsstrafe einbrachte, war er wegen Tierquälerei angeklagt.

epp

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