Die Arbeit als Schiedsrichter in der Fußball-Bundesliga hat sich nach Ansicht von Patrick Ittrich in den vergangenen zehn Jahren gravierend verändert. "Ich hatte erst Holzfahnen, dann Funkfahnen, später das erste Mal ein Headset, dann kam der Videoassistent und nun die Ref-Cam", sagte der 47 Jahre alte Referee im Interview des "Hamburger Abendblatts". "Es ist mittlerweile sehr herausfordernd geworden, ein Spiel zu leiten. Als Schiedsrichter musst du immer mehr andere Dinge berücksichtigen."
Ittrich beendet nach dieser Saison seine Laufbahn als Schiedsrichter. Die Freitag-Partie Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt ist das 93. und letzte Bundesliga-Spiel, das er leitet.
Es sei immer wieder nötig, mit vielen Leuten zu kommunizieren, die gar nicht auf dem Platz stehen, sagte der Polizist aus Hamburg über die heutigen Aufgaben als Unparteiischer und nannte ein Beispiel: Als die Fanszenen mit Tennisbällen gegen den Einstieg eines Investors bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) protestierten, "musstest du dann als Schiedsrichter ganz nebenbei mit dem Sicherheitsverantwortlichen Kontakt aufnehmen, du musstest mit den Clubverantwortlichen sprechen, mit dem Stadionsprecher und vielleicht sogar auch noch mit der Polizei".