Für seine Verdienste um die deutsche Popmusik und Sprache hat der Musiker Achim Reichel (82, "Aloha Heja He") den Bundesverdienstorden erhalten. Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) überreichte die Auszeichnung im Hamburger Rathaus an den Musiker, Texter und Produzenten, der mehr als sechs Jahrzehnte die Pop- und Rockmusik in Deutschland geprägt hat.
"Seit mehr als 60 Jahren steht Achim Reichel für Kreativität, Wandel und musikalische Neugier", sagte Brosda. "Sein Schaffen ist geprägt von musikalischer Exzellenz und einer großen Liebe zur deutschen Sprache. So hat er mit Vertonungen klassischer Dichtung und innovativen Neuinterpretationen deutscher Volkslieder das kulturelle Erbe für ein breites Publikum neu erfahrbar gemacht", betonte der Senator.
"Kultur kein Luxus, sondern ein Lebensnerv"
"Ich empfinde diese Auszeichnung weniger als Ehrung meiner Person, sondern als Anerkennung eines Weges", sagte Reichel. "Eines Weges, der von der Lust getragen war, Grenzen zu verschieben und vielleicht sogar ein wenig anders auf die Welt zu schauen. Getragen von der Erkenntnis, dass Kultur kein Luxus ist, sondern ein Lebensnerv."
Achim Reichel wurde am 28. Januar 1944 in Wentorf bei Hamburg geboren. Seine Karriere begann er als Gitarrist und Sänger der Band The Rattles, die neben The Lords zu einer der erfolgreichsten deutschen Beat-Bands wurde. Die Gruppe tourte mit den Rolling Stones durch England und mit den Beatles durch Deutschland.
Später feierte Reichel Erfolge mit deutscher Rockmusik und Shantys, wofür er auch Balladen und andere Texte deutscher Dichter von Fontane bis Goethe vertonte. Zu seinem 80. Geburtstag erschien sein Album "Schön war es doch! Das Abschiedskonzert" mit 22 seiner größten Hits, darunter "Der Spieler", "Regenballade" und "Herr von Ribbeck".